24.07.2016
Aktuelle Nachrichten aus Köln und der ganzen Welt

Gewaltsame Nacht am Hauptbahnhof: Kölner Polizei will keine Auskünfte mehr zum Silvestereinsatz geben

Polizeikontrollen vor dem Kölner Hauptbahnhof.

Polizeikontrollen vor dem Kölner Hauptbahnhof.

Foto:

Thomas Banneyer

Köln -

Die Kölner Polizei will nach den Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht vorläufig keine Auskünfte mehr zum Ablauf des Einsatzes geben. Zunächst müsse man nun dem NRW-Innenministerium ausführlich Bericht erstatten, erklärte ein Polizeisprecher am Donnerstag.

Am Donnerstag will Polizeipräsident Wolfgang Albers Innenminister Ralf Jäger umfassend informieren. Am kommenden Montag will sich der Innenausschuss des Düsseldorfer Landtags mit den Vorfällen in Köln befassen.

„Aus Respekt vor dem Parlament werde ich für die Öffentlichkeit zunächst bis zu diesem Zeitpunkt keine weiteren Details zur Einsatzvorbereitung und zum Einsatzverlauf erläutern“, sagt Albers. Dies beziehe sich etwa auf Fragen zu Uhrzeiten, Personalstärke oder dem detaillierten Ablauf der Ereignisse.

Ermittlungsgruppe aufgestockt

Die Ermittlungsgruppe „Neujahr“ sei personell auf 80 Kriminalpolizisten aufgestockt worden. Unterdessen ist die Zahl der Strafanzeigen auf 121 gestiegen. Die Ermittler hätten bislang insgesamt 16 Verdächtige ausgemacht, die mit den Taten in Zusammenhang stehen könnten, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag.

Die meisten Verdächtigen seien zwar noch nicht namentlich bekannt, aber auf Bild- oder Videoaufnahmen klar erkennbar.

Zwei Vergewaltigungen angezeigt

Bei etwa drei Viertel der angezeigten Taten hätten die Opfer angegeben, auch sexuell bedrängt worden zu sein. In zwei Fällen seien Vergewaltigungen angezeigt worden. Augenzeugen und Opfer hatten nach den Übergriffen ausgesagt, die Täter seien dem Aussehen nach größtenteils nordafrikanischer oder arabischer Herkunft.

In der Silvesternacht hatten sich aus einer Gruppe von rund 1000 Männern kleinere Gruppen gelöst, die vor allem Frauen umzingelt, begrapscht und bestohlen haben sollen. (dpa)