29.07.2016
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Sicherheitskonzept an Karneval: Polizei soll Dom besser schützen - Portale werden abgesperrt

Reinemachen am Dom. Bauzäune sollen das Portal schützen.

Reinemachen am Dom. Bauzäune sollen das Portal schützen.

Foto:

Grönert

Köln -

Domkapitel, Verwaltung und Polizei haben als Reaktion auf die Silvesternacht einen runden Tisch ins Leben gerufen, um die Sicherheit im und um den Dom zu verbessern. „Wir haben zwar keine Hinweise auf eine konkrete Gefährdung, aber ich habe die Verantwortung, vorauszudenken“, sagte Dompropst Gerd Bachner dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ mit Blick auf die Karnevalstage. Die Geschehnisse von Silvester sollen sich nicht wiederholen. „So wie der Dom eine ewige Baustelle ist, muss sich auch ein Sicherheitskonzept immer verändern.“

Nur wenige Meter vom Bahnhofsvorplatz entfernt, auf dem es am 31. Dezember zu sexuellen Übergriffen und Diebstählen kam, wurde die Kathedrale stundenlang gezielt mit Feuerwerksraketen beschossen. Besucher des Gottesdiensts zum Jahresende berichteten, dass sie aufgrund des Krachs kaum verstehen konnten, was am Mikrofon gesprochen wurde. Nach der Messe sei die Stimmung um den Dom bedrohlich gewesen. Das Ordnungsamt und die Polizei hatten nicht eingegriffen.

Je mehr Alkohol, desto weniger Hemmungen

„Die Polizei und das Ordnungsamt werden in Zukunft mit einer ganz anderen Präsenz vertreten sein“, sagte Bachner. Er habe die Dombauhütte beauftragt, nach einer guten Lösung für einen Zaun am Dom zu suchen, um Beschädigungen zu verhindern. „Der Dom ist ein Juwel und bedarf einer optisch hochwertigen Einfassung“, so Bachner. In den bevorstehenden Karnevalstagen würden nach den Gottesdiensten sämtliche Portale mit Bauzäunen geschützt. „Das haben wir am Hauptportal auch in den Vorjahren bereits gemacht“, sagte der Dompropst.

Je höher der Alkoholpegel bei den Feiernden steige, umso mehr würden die Hemmungen sinken. Jegliches respektlose Verhalten müsse aus der Kathedrale herausgehalten werden. Wie ein Schutzkonzept für die Silvesternacht 2016 aussehen könnte, sei noch unklar. „Jetzt stehen erst mal das Leid der betroffenen Frauen und die Aufarbeitung im Vordergrund, bevor wir darüber nachdenken“, sagte Bachner.


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