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Pontifikalamt im Dom: Meisner feiert Priesterjubiläum

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Zahlreiche geistliche Würdenträger aus dem In- und Ausland erwiesen Joachim Kardinal Meisner die Ehre. Foto: Peter Rakoczy
Eine Messe für den Kardinal: Rund 50 Bischöfe aus dem In- und Ausland haben Meisners goldenes Priesterjubiläum im Dom gefeiert. Unter den Gästen von auswärts war die Mehrheit aus Osteuropa gekommen. Nicht von ungefähr.  Von
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Es war ein Dank von Kardinal zu Kardinal. „Dein Priestertum, dein Predigermut hat uns stets Kraft gegeben“, sagte am Samstag in Dom Dominik Duka, Erzbischof von Prag, an Joachim Meisner gewandt. Dieser habe sich nie gescheut, sich um der Wahrheit willen zu unterscheiden, „anders zu sein“. Duka hielt die Festpredigt beim Pontifikalamt, mit dem Meisners goldenes Priesterjubiläum gefeiert wurde.

Rund 50 Bischöfe aus dem In- und Ausland nahmen teil, darunter die Erzbischöfe Jean-Claude Périsset, Apostolischer Nuntius in Deutschland, und Robert Zollitsch, Erzbischof von Freiburg und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz.

Besondere Verbundenheit

Unter den Gästen von auswärts war die Mehrheit aus Osteuropa gekommen. Nicht von ungefähr. Duka sagte, wegen seiner Herkunft aus Schlesien und seines langjährigen Wirkens in der DDR sei Meisner den Gläubigen hinter dem Eisernen Vorhang, die sich gegen die kommunistischen Diktaturen behaupten mussten, besonders verbunden gewesen. So habe er für die tschechische Kirche „großzügig Hilfe geleistet“, viele tschechische und slowakische Priester geweiht und für finanzielle Unterstützung von Wallfahrtsorten, Gotteshäusern und Bildungsstätten gesorgt. Diejenigen Teile der Weltkirche, die dringend Hilfe brauchten, seien „nie aus seinem Herzen verschwunden“; das gelte auch für die Gemeinden in den armen Ländern aller Kontinente.

Am 25. Dezember 1933 in Breslau geboren, kam Meisner nach der Flucht mit der Mutter und seinen drei Brüdern nach Thüringen; sein Vater war im Krieg gefallen. Am 22. Dezember 1962 wurde er in Erfurt zum Priester geweiht. Zunächst war er Kaplan in Heiligenstadt und Erfurt, bevor er 1966 zum Caritasdirektor berufen wurde. 1969 promovierte er an der Päpstlichen Gregoriana-Universität in Rom. 1975 wurde er Weihbischof in Erfurt, fünf Jahre danach folgte die Ernennung zum Bischof von Berlin. 1983 wurde er in den Kardinalsrang erhoben. 1988 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Erzbischof von Köln, wo er am 12. Februar 1989 sein Amt antrat.

Priesterjubiläum schon einmal gefeiert

Das goldene Priesterjubiläum hat Meisner schon einmal gefeiert, mit einer Pontifikalvesper im November zusammen mit Klerikern des Kölner Erzbistums. Denn Priester und Diakone konnten am Pontifikalamt kurz vor Weihnachten nur schwer teilnehmen. Am Samstag wurde im Dom noch einmal das Glückwunschschreiben von Papst Benedikt XVI. verlesen.

Darin heißt es, Meisner, der seine Frömmigkeit von Kindheit an „sorgsam bewahrt“ habe, sei „in der Ausübung seines bischöflichen Dienstes gütig wie ein Vater und standhaft in der Bewahrung der rechten Lehre“ . Den „hervorragenden Metropolitansitz“ von Köln habe er „klug und umsichtig“ geleitet. Unter den Brüdern im Bischofsamt genieße er große Wertschätzung und Hochachtung; vor allem die Mittel- und Osteuropäer seien ihm „zu Dank verpflichtet“.

Zollitsch seinerseits dankte dem Jubilar für seine „klaren und klärenden Worte“, für die Solidarität mit der Deutschen Bischofskonferenz, deren dienstältestes Mitglied der Kölner Kardinal ist, und für sein „unermüdliches und mutiges, öffentliches Christusbekenntnis“. Die prägenden Jahre in der DDR seien Meisner zum Auftrag geworden, „gegen jede Form gottloser Regime zu kämpfen“.

In zahlreichen Funktionen habe er sich maßgeblich engagiert, etwa im Hilfswerk für die Kirche in Mittel- und Osteuropa „Renovabis“, als Präsident des Deutschen Vereins vom Heiligen Land und als Vorsitzender der Liturgiekommission der Deutschen Bischofskonferenz. „Du lebst das priesterliche Ideal, um einen Kontrapunkt zu Resignation und Glaubensmüdigkeit in der Öffentlichkeit zu setzen“, fuhr Zollitsch fort. „Deine Hoffnung ist für viele Menschen ansteckend.“

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