25.07.2016
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Gesellschaft: Ein Dorf, eine Gemeinschaft

Elsdorfer Bürger haben eine alte Friedhofsbank hergerichtet.

Elsdorfer Bürger haben eine alte Friedhofsbank hergerichtet.

Foto:

Roland Schriefer

Elsdorf -

Sein Einstand war nicht gerade glücklich. Als Frank von Rüden vor fünf Jahren nach Elsdorf kam, wurde erst einmal sein nagelneues Auto zerkratzt, und dann klauten Unbekannte auch noch direkt vor seiner Haustür seine beiden Roller. „Das ist mittlerweile vergessen“, sagt der Gärtner, der ganz schnell Anschluss an die Dorfgemeinschaft gefunden hat. „Meine Ehefrau Antje wurde gefragt, ob sie beim Dorffest nicht die Kinderspiele beaufsichtigen könne“, sagt von Rüden. Sie habe das natürlich gerne gemacht, und seitdem gehören die „Immis“ aus Frankfurt an der Oder dazu.

Von Rüden hat jetzt mit anderen Mitgliedern der Dorfgemeinschaft eine Bank auf dem an Feldern und kleinen Wäldchen vorbeiführenden Rundweg ums Dorf aufgestellt. „Die hat mir der Friedhofsmeister des Leidenhausener Friedhofs geschenkt“, sagt Hardy Kranz, Vorsitzender der Dorfgemeinschaft. Einfach so konnte die Bank natürlich nicht aufgestellt werden. „Die war in einem – ich würde mal sagen – schwierigen Zustand“, sagt Kranz. Aber weil die Dorfgemeinschaft eine gut funktionierende Gemeinschaft ist, war das kein Problem. Andreas Vohs hat sich die Bank vorgenommen, hat Bretter geschliffen und erneuert, das Gestell entrostet und angestrichen. Konrad Klein und Willi Hohnrath haben ein Fundament gegossen, auf dem die Bank verschraubt wurde. Ein wenig kippt sie nach hinten, aber das sei so gewollt, sagt Klein. „In Rückenlage sitzt man doch bequemer, als in Vorlage“, sagt er.

Alles fürs Dorf, nichts fürs Ego

Es sei mittlerweile die vierte Bank, die von der Dorfgemeinschaft ohne Einbeziehung der Stadt aufgestellt wurde, sagte Stephan Demmer, ebenfalls eingeschworenes Mitglied der Dorfgemeinschaft. „Man kann bequem um Elsdorf herum spazieren und sich immer wieder gemütlich niederlassen.“

Kranz, Demmer, Klein und die meisten anderen Mitglieder der Dorfgemeinschaft sind alteingesessene Elsdorfer Bürger, die sich seit der Kindheit kennen. „Das ist bei uns wie bei den Galliern“, sagt Vohs. „Wir halten zusammen, auch wenn wir nicht immer einer Meinung sind.“ Denn für die Mitglieder der Dorfgemeinschaft gelte das Motto „Alles fürs Dorf, nichts fürs Ego“. Das hat auch den Neubürger von Rüden angesprochen. „Ich bin auch auf einem Dorf in einer intakten Gemeinschaft groß geworden“, sagt er. Was er in Brandenburg gekannt habe, das habe er auch im Rheinland gefunden. „Für mich ist es wichtig, dort zu leben, wo ich mich wohlfühle. Das habe ich in Elsdorf gefunden.“