31.07.2016
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Kommentar: Euphorie nicht übertreiben

Die Suche nach einem Investor für das ehemalige Hertie-Kaufhaus geht weiter.

Die Suche nach einem Investor für das ehemalige Hertie-Kaufhaus geht weiter.

Foto:

Diethold

Porz -

Das Hin und Her um die Hertie-Immobilie könnte bald Geschichte sein. Das hoffen zumindest die Politiker und glauben, mit ihrem Beschluss für einen Bebauungsplan und ein Gutachterverfahren einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung getan zu haben. Hoffentlich ist die Freude nicht verfrüht. Immerhin muss sich nun ein potenzieller Investor den Vorschlägen der Stadt beugen – auch wenn er Arbeit und Zeit spart und von vornherein weiß, was er bauen darf und was nicht.

Aber ob das jedem ins Konzept passt? Bei näherem Hinsehen drängen sich zudem weitere Fragen auf: Wieso beginnt man erst jetzt mit diesem städtebaulichen Wettbewerb? Jetzt, wo doch bereits einige Interessenten bekannt sind? Wieso wird nicht ein Konzept gemeinsam mit den potenziellen Käufern erstellt, damit sie ihre Vorstellungen bereits während der Planungsphase einbringen können? Schließlich müssen sie das Projekt hinterher auch realisieren.

Über die Reihenfolge, ob es besser wäre, zuerst einen Käufer zu finden, oder zuerst ein Konzept zu erstellen, lässt sich streiten. Inzwischen ist allerdings jede Diskussion darüber überflüssig geworden, denn der Stadtentwicklungsausschuss hat seinen Beschluss gefasst.

Nun müssen Stadt, Bürger und auch die Politiker hoffen, dass sich der potenzielle Käufer nicht von dem vorgefertigten Konzept abschrecken lässt und bald einen Kaufvertrag für das Hertie-Gebäude unterschreibt.
Fatal wäre, wenn der Sieger-Entwurf aus dem Wettbewerb Anlass für ein weiteres Gezerre zwischen Käufer und Stadt wäre. Jede zusätzliche Verzögerung verschärft das Problem in der Innenstadt.