26.07.2016
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Projekt: Als Schüler für einen Tag Chef sein

DLR-Chef Johann-Dietrich Wörner ließ sich von Schülern der Jahrgangsstufe 11 des Stadtgymnasiums befragen.

DLR-Chef Johann-Dietrich Wörner ließ sich von Schülern der Jahrgangsstufe 11 des Stadtgymnasiums befragen.

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Renate Hofmann

Porz -

Professor Johann-Dietrich Wörner hatte die Zeit fest im Blick – und im Nu das Heft in der Hand bei der Präsentation von „Chef für einen Tag“ im Stadtgymnasium. „So bin ich“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) schmunzelnd, nachdem er kurzerhand und ungefragt den Rednern das Wort erteilt hatte.

Damit wollte er die Präsentation der Aktion vorantreiben, für die er im Herbst seinen Platz einen Arbeitstag lang einem Schüler des Kurses Sozialwissenschaften der Jahrgangsstufe 11 überlassen wird. Der darf dann über die Geschicke von deutschlandweit 7000 Mitarbeitern bestimmen. Welcher der Mitschüler das sein wird, entscheidet sich erst in den kommenden Wochen. Dazwischen liegt noch das „Chef-Casting“ eines renommierten Unternehmens in der Führungskräftebeurteilung.

Aber erst einmal durften die Schüler Wörner ausfragen. Und der gab bereitwillig Auskunft – auch über nicht berufsrelevante Themen. So gestand er etwa, dass er seinen Vornamen nicht leiden kann. „Eigentlich sollte ich Jan-Dirk heißen“, sagte er. Aber das habe in seinem Geburtsjahr 1954 nicht als richtiger Name gegolten und sei deshalb vom Standesamt abgelehnt worden.

Auf die Hoffnungen junger Leute achten

„Also wurde Johann-Dietrich daraus. Aber alle nennen mich nur Jan.“ Lange Zeit habe er geschwankt, ob er Pfarrer, Arzt oder Ingenieur werden solle. „Zum Arzt haben die Noten nicht gereicht. Dabei wäre ich das sehr gerne geworden.“ Er habe sich dann für den Ingenieur entschieden. „Und predigen kann ich heute ständig“, sagte Wörner, der auch Professor an der TU Darmstadt ist, augenzwinkernd: „Je größer das Publikum, umso lieber.“

„Regelrecht gefreut“ habe er sich auf diesen Tag, hatte Wörner zuvor gestanden. Er wolle bei dieser Gelegenheit transparent machen, was man erreichen könne, und hoffe, es werde ihm gelingen, seine Zuhörer zu begeistern. „Die Gesellschaft tut gut daran, genau hinzuhören, was die Hoffnungen und Bedenken der jungen Leute sind“, ergänzte er. „Denn sie sind die Zukunft.“

Die Stunde mit Wörner hatten die Schüler im Zuge der Aktion „Chef für einen Tag“ des Wirtschaftsmagazins „Focus-Money“ gewonnen. Als einzige Schule aus Köln neben drei weiteren aus Remscheid hatten sie sich für die Ausscheidung in Nordrhein-Westfalen beworben und die Juroren mit einem ambitionierten Video über das DLR überzeugt. „Wir hoffen, dass wir in dieser Aktion unsere soziale Kompetenz stärken können“, begründete Schülerin Bogna Walczak die Teilnahme des Kurses.


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