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Pro-Köln-Chef: Salafisten wollten Beisicht ermorden

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Laut Medienberichten wurde von Spezialeinheiten ein Anschlag auf pro NRW Chef Markus Beisicht (l) vereitelt.  Foto: Getty Images
Ein Spezialeinsatzkommando hat ein Attentat auf den Vorsitzenden der rechtsextremen Organisation Pro Köln, Markus Beisicht, vereitelt. Die Tatverdächtigen aus der Salafistenszene waren bereits auf dem Weg zu Beisichts Privathaus in Leverkusen.  Von
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Köln/Leverkusen

Die Polizei hat in der Nacht zum Mittwoch ein Attentat auf Markus Beisicht vereitelt, den Chef der rechtsextremen Organisation Pro NRW. Ein Spezialeinsatzkommando nahm vier Männer fest. Sie sollen der radikal-islamischen Salafisten-Szene angehören. Die Polizei war ihnen offenbar schon vor Monaten auf die Spur gekommen. Die Kripo Essen ermittelte verdeckt, hörte Telefone ab, observierte.

„Es war sehr knapp“

Als zwei der vier Tatverdächtigen sich auf den Weg zu Beisichts Privathaus in Leverkusen machten, griff das SEK zu. Die Beamten überraschten die Verdächtigen im Auto. Wie zu erfahren war, sollen die Männer Sprengstoff und scharfe Waffen bei sich gehabt haben. Auf die Frage, wie ernst der Vorfall zu bewerten sei, sagte ein Ermittler dem „Kölner Stadt-Anzeiger“: „Es war sehr knapp.“

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Die beiden anderen Verdächtigen fasste die Polizei kurz darauf in Essen und Bonn. In ihren Wohnungen stellten die Beamten scharfe Schusswaffen und Zubehör sicher, das zur Herstellung von Sprengstoff verwendet werden kann. Darüber hinaus prüft die Kripo Hinweise, wonach einer der vier festgenommenen Islamisten am misslungenen Bombenanschlag auf den Bonner Hauptbahnhof im Dezember beteiligt gewesen sein könnte.

Wochenlang ausspioniert

Am Mittwochmorgen informierten Polizisten Beisicht über den vereitelten Anschlag. Er sei „noch etwas durch den Wind“, sagte er im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Sein Haus sei offensichtlich wochenlang von den mutmaßlichen Attentätern beobachtet, seine Gewohnheiten ausspioniert worden. Beisicht wohnt mit seiner Frau und zwei Töchtern in dem Haus in Leverkusen.
Namensliste entdeckt

Bei den mutmaßlichen Attentätern soll die Polizei außer den Waffen auch eine Liste mit den Namen von acht weiteren Funktionären von Pro NRW gefunden haben. Sie alle stehen wie Beisicht jetzt unter Polizeischutz. Als Motiv vermuten die Ermittler eine Racheaktion. Pro NRW hatte im Landtagswahlkampf Mohammed-Karikaturen gezeigt.

Länderübergreifende Razzien

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) teilte mit, es gebe keinen unmittelbaren Zusammenhang mit der länderübergreifenden Razzia gegen die Salafisten-Szene vom Mittwoch. Die möglichen Anschlagspläne zeigten aber, „dass es richtig und konsequent ist, gegen salafistische Vereine vorzugehen“, sagte er am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Polizisten hatten zuvor einen Vereinsraum und Wohnungen von Salafisten in Nordrhein-Westfalen und Hessen durchsucht. (ts/det)

Die rechtsextreme Pro-Bewegung in NRW

Die Bewegungen Pro NRW und Pro Köln werden wegen ihrer ausländer- und vor allem islamfeindlichen Gesinnung vom Verfassungsschutz in Nordrhein-Westfalen beobachtet. Den Verein Pro Köln gibt es bereits seit 1996, Pro NRW als Partei seit 2007.

Zusammen haben die Pro-Bewegungen laut Verfassungsschutz etwa 1000 Mitglieder. Über Kommunalpolitik versucht die rechtsextreme Pro-Bewegung, Einfluss zu gewinnen. Ausländer hat sie in der Vergangenheit immer wieder als nicht integrierbare, unerwünschte Menschen zweiter Klasse dargestellt.

Der Islam wird als Feindbild propagiert. Regelmäßig demonstrieren Anhänger der Bewegung gegen den Bau von Moscheen. Zurzeit führt Pro NRW eine Serie von Demos vor Flüchtlingsheimen durch, um gegen „Asylmissbrauch“ zu demonstrieren.

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