24.07.2016
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Pro-Köln-Funktionär Uckermann: Haft dauert womöglich bis August

Pro-Köln-Politiker Jörg Uckermann. (Archivbild)

Pro-Köln-Politiker Jörg Uckermann. (Archivbild)

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Grönert

Köln -

Nach der Inhaftierung des rechtsextremen Ratspolitikers Jörg Uckermann ist noch unklar, wie lange er im Gefängnis bleiben muss. „Ich weiß es nicht“, sagte auch sein Anwalt Jürgen Clouth auf Anfrage.

Am Samstag hatte eine Richterin Uckermann den Haftbefehl verkündet, nachdem der 45-Jährige nicht zum Auftakt des Betrugsprozesses gegen ihn und drei weitere Ratsmitglieder von Pro Köln erschienen war. Der Haftbefehl sei ergangen, um sicherzustellen, dass der Politiker am zweiten Verhandlungstag am 28. April teilnehme, erläuterte ein Gerichtssprecher und fügte an: Grundsätzlich sehe das Gesetz vor, dass die Untersuchungshaft bis zum Ende der Hauptverhandlung andauere. Für den Prozess vor dem Landgericht sind 21 Verhandlungstage angesetzt, das Urteil soll im August fallen. Uckermann würde damit den Wahlkampf und die Kommunalwahl am 25. Mai in einer Zelle erleben.

Noch keine Beschwerde eingelegt

Geregelt sind die Voraussetzungen für die Inhaftierung in der Strafprozessordnung. Grundsätzlich muss ein Angeklagter persönlich in der Hauptverhandlung erscheinen. Tut er das nicht und ist nicht ausreichend entschuldigt, kann Haftbefehl erlassen werden. Uckermann hatte erst kurz vor der Verhandlung am Freitag seinem Anwalt telefonisch berichtet, er befinde sich im Krankenhaus – in welchem, das wusste auch der Anwalt nicht.

Im Besitz eines ärztliches Attestes, das ihm bescheinigen würde, verhandlungs- oder haftunfähig zu sein, war Uckermann offenbar nicht, als Polizisten ihn Freitagabend im Landeskrankenhaus festnahmen. Sonst wäre er stattdessen eher in ein Krankenhaus verlegt worden, bewacht von der Polizei. Aber das geschah nicht.

Uckermanns Anwalt kann jederzeit Beschwerde gegen die Untersuchungshaft einlegen. Nach eigenen Angaben hat er das noch nicht getan. Letztendlich wägt die Strafkammer, die den Betrugsprozess führt, ab, bis zu welchem Zeitpunkt die Haftdauer verhältnismäßig ist. Oder ob es andere Möglichkeiten gibt, Uckermann dazu zu bewegen, sich seinem Betrugsverfahren freiwillig zu stellen.