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Pro NRW: Beisicht geschockt von Mordabsicht

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Der Chef der rechtsextremen Partei Pro NRW reagierte geschockt auf Nachricht, dass Salafisten ihn ermorden wollten. Foto: Getty Images
Pro-NRW-Chef Markus Beisicht hat erst durch die Polizei erfahren, dass er nur knapp einem Mordanschlag entkommen ist. Er habe die Gefahr eines Anschlags nie ernst genommen, sagt der rechtsextreme Politiker.  Von
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Das könne doch nicht wahr sein, sagt Markus Beisicht. Er wolle es "eigentlich nicht glauben", ergänzt er nach ein paar Sekunden nachdenklichen Schweigens. "Ich habe die Gefahr immer nur als abstrakt und irreal eingeschätzt, sie niemals wirklich ernst genommen."

Am Mittwochmorgen gegen zehn Uhr ist der Chef der rechtsextremen Partei Pro NRW von der Polizei informiert worden, dass in der Nacht zuvor ein Anschlag auf sein Leben vereitelt worden war. Vier islamfundamentalistische Dschihadisten, die der Salafisten-Szene angehören sollen, wurden in einem Auto vor seinem Leverkusener Wohnhaus von einem Sondereinsatzkommando der Polizei festgenommen. "Wohl fast in letzter Sekunde sind die einkassiert worden", sagt Beisicht am Mittwochnachmittag. Er spricht leise, ist noch deutlich schockiert von den Informationen, die er wenige Stunden zuvor bekommen hat.

Auch Töchter im Haus

"Ehrlich gesagt, bin ich noch etwas durch den Wind, muss mich neu sammeln", sagt er. Sein Haus sei offensichtlich wochenlang von den mutmaßlichen Attentätern beobachtet, seine Gewohnheiten ausspioniert worden. Von dem vereitelten Anschlag habe er in der Nacht zum Mittwoch nichts mitbekommen, sei gegen Mitternacht ins Bett gegangen. Seine beiden Töchter, 10 und 14 Jahre alt, seien selbstverständlich auch im Haus gewesen. "Nicht auszudenken", sagt Beisicht. Ob der geplante Anschlag Einfluss auf seine politischen Aktivitäten hat? "Keine Ahnung", sagt er: "In solch einer Situation muss man erst einmal schlafen und neu nachdenken."

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Die vier am Mittwoch in Nordrhein-Westfalen festgenommenen islamischen Extremisten sollen am heutigen Donnerstag dem Haftrichter vorgeführt werden. Das bestätigte ein Sprecher der Polizei in Essen. Schon seit Monaten sind Beisicht und seine Partei im Visier extremistischer Islamisten. Unter anderem im nordrhein-westfälischen Landtagswahlkampf hat die Pro-Bewegung immer wieder islamkritische Karikaturen eingesetzt. Bei Kundgebungen vor Moscheen ist es deshalb wiederholt zu Auseinandersetzungen zwischen Islamisten und Rechtsextremen gekommen.

Im Mai 2012, bei einer Veranstaltung in Bonn, eskalierte die Gewalt, als Salafisten auch auf die Polizei losgingen. Ein Angreifer verletzt zwei Beamte schwer mit einem Messer, weshalb er im Oktober 2012 zu sechs Jahren Haft verurteilt wurde. Im vergangenen Jahr hatte der im Grenzgebiet von Pakistan und Afghanistan lebende Islamist Yassin Chouka aus Bonn seine Glaubensbrüder in einem Internetvideo dazu aufgerufen, Pro-NRW-Verantwortliche auszuspionieren und zu töten.

NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) sagte, Pro NRW schüre durch "schäbige Hetzkampagnen" Ausländerhass. Das sei "erbärmlich und gefährlich für unser Land". Die Hetze rechtfertige aber kein gewalttätiges Vorgehen. "Die meisten bei uns lebenden Muslime sind friedlich und wollen mit extremistischen Salafisten nichts zu tun haben", betonte Jäger.

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