Zwei Dutzend Mitglieder der SPD in Köln und im Rheinland wollen mit einer partei-internen Unterschriftenaktion die Wahl Peer Steinbrücks zum Kanzlerkandidaten verhindern. Steinbrück sei „einer der Hauptverantwortlichen dafür, dass die SPD-Führung sich in allen zentralen Fragen an die Seite der Regierung Merkel gestellt hat“, heißt es in dem Papier, das auf dem jüngsten Parteitag der Kölner Sozialdemokraten verteilt wurde.
Steinbrück werde „wie Schröder die SPD gegen die Arbeitnehmer richten, die gerade im Kampf darum stehen, dass mit zehn Jahren Kürzungen bei Löhnen und Renten, im Gesundheitswesen, in der Bildung und der Kinderversorgung Schluss gemacht wird“. Der Initiator des innerparteilichen Protests, Henning Frey, will sich im Wahlkreis Innenstadt/Kalk/Porz um einen Bundestagskandidatur bemühen und gegen den Bundestagsabgeordneten Martin Dörmann antreten.
Der Kölner SPD-Chef Jochen Ott sagte am Freitag, die SPD „ist eine lebendige Partei, da gibt es unterschiedliche Meinungen“. Er habe den Eindruck, Steinbrück werde von der großen Mehrzahl der Sozialdemokraten unterstützt. Ott geht davon aus, dass die allermeisten Delegierten am 9. Dezember der Nominierung des ehemaligen nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten zustimmen werden.


