Geknurrt oder gekläfft? Das war die Frage in einem Rechtsstreit vor dem Amtsgericht. Es ging um einen Vorfall vom März, bei dem sich zwei Hundebesitzer auf der Jahnwiese gestritten hatten. Der angeklagte Ex-Pharmareferent und Frührentner Dieter P. (52, alle Namen geändert) ging mit Zwergspitz Dodie spazieren.
Hund und Halter trafen dabei auf den Entwicklungsingenieur Ralf B. (42), im Nebenberuf Hundetrainer, der seinen fünf Monate alten Schäferhund-Mischling Tesla trainierte. Ralf B. fühlte sich bei seinen Trainingseinheiten gestört, denn Dodie, nur halb so groß wie Tesla, lief mit Gebell auf den scheuen Welpen zu.
Ungleiches Duell
Da versuchte der Ingenieur, gestikulierend dazwischenzugehen. „Ich habe den Spitz angeknurrt, wollte ihm signalisieren: Mach’, dass du wegkommst“. Der Angeklagte widersprach: „Er hat meinen Hund zu treten versucht und ihn wie verrückt angekläfft. So etwas habe ich noch nie erlebt.“
Der Pharmareferent sah seinen Hund und sich selbst in einer Notwehr-Situation und schlug dem Ingenieur mitten ins Gesicht. Das Opfer zeigte den Pharmareferenten wegen Körperverletzung an.
„Warum haben Sie nicht einfach Ihren Hund gepackt und das Weite gesucht?“, wollte der Richter vom Angeklagten wissen, der aber darauf beharrte, in Notwehr gehandelt zu haben.Dabei ist er dem Ingenieur körperlich deutlich überlegen.
Der Frührentner folgte zwar dem Vorschlag des Gerichts, das Verfahren gegen 750 Euro Schmerzensgeld einzustellen. Von seiner Notwehr-Darstellung rückte er aber nicht ab.



