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Prozess: Spontaner Raub in der Spielhalle

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Vor dem Kölner Amtsgericht ist ein teurer Streit über einen Brillen-Rabatt ohne Urteil ausgegangen. (Symbolbild) Foto: Archiv
Nachdem er rund 500 Euro in einer Spielothek am Hohenzollernring verloren hatte, setzte ein arbeitsloser Elektriker dem Spielautomaten derart zu, dass die Geldkassette zum Vorschein kam. Jetzt muss er sich wegen räuberischen Diebstahl vor Gericht verantworten.
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Fast sieben Jahre liegt die Tat zurück. Sie geschah in einer Zeit, in der Murat K. spielsüchtig oder zumindest auf dem Weg dahin war. Am Montag hat vor dem Landgericht der Prozess gegen ihn begonnen.

Die Anklage lautet auf räuberischen Diebstahl. Verbunden ist sie mit dem zusätzlichen Vorwurf, im September 2012 einen anderen Mann gefährlich verletzt zu haben.

500 Euro verspielt

Es war der 8. August 2006, als Murat K. (40, Name geändert) eine Spielothek am Hohenzollernring betrat. Der gelernte Elektriker hatte viel Zeit, denn er war arbeitslos. Stundenlang hielt er sich dort auf. Am Abend hatte er schließlich rund 500 Euro verspielt. Er ging zur Toilette; auf dem Rückweg sah er in einer Ecke einen Hammer liegen, der für Renovierungsarbeiten gebraucht wurde.

Spontan griff er zu dem Werkzeug, ging zu dem Automaten, an dem er laufend verloren hatte, und schlug auf ihn ein, seiner aufgestauten Wut freien Lauf lassend. Es sei um die spontane „Entladung von Frust“ gegangen, nicht darum, etwas zu stehlen, sagte seine Anwältin.

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Doch als Murat K. sah, dass die Geldkassette zum Vorschein gekommen war, nahm er sie an sich. Die Frau, die in der Spielhalle die Aufsicht führte, hatte schon vorher vergeblich versucht, ihn zurückzuhalten. Als sie ihn nun am Hemd packte, will Murat K. versucht haben, sich loszureißen; davon, dass er sie auch weggestoßen haben soll, wollte er zunächst nichts wissen, obwohl er dies bei der Polizei angegeben hatte. Eine Frau so angegangen zu sein sei ihm unangenehm, ja peinlich, sagte er vor der 3. Großen Strafkammer.

Raub habe „kaum zum Taxifahren gereicht“

Zuerst ließ er die Geldkassette in der Spielhalle, doch kurz entschlossen kehrte er zurück, griff hinein und entnahm ihr Münzgeld, das „kaum zum Taxifahren gereicht“ habe; höchstens 20 Euro seien es gewesen.

Zum zweiten Anklageteil sagte Murat K.s Verteidigerin, ihr Mandant sei alkoholisiert gewesen und habe sich selber angegriffen gefühlt; dennoch streite er den Vorwurf nicht ab. An einem Abend im September des vergangenen Jahres war er in einem Friseursalon in Wesseling und kam in Streit mit einem anderen Mann. Murat K. soll versucht haben, ihn mit einem Rasiermesser zu verletzten. Für den Prozess sind zwei Verhandlungstage vorgesehen. (cs)

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