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Prozess um Semmys Tod: Vater würgte und schlug Tochter

Symbolbild Foto: iStock
Am zweiten Verhandlungstag im Prozess um den Mord an Semmy D. hat sich das prekäre Verhältnis zwischen dem mutmaßlichen Täter und seiner Tochter offenbart. Eine Mitarbeiterin des Jugendamtes wurde zudem von der Nebenklägerin schwer belastet.  Von
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Köln. 

Jasmin (14, Name geändert) war eine begabte Schülerin. Machte fleißig ihre Hausaufgaben, schrieb gute Noten, war immer an vorderster Front im Unterricht. Es gab weder ein Alkohol- noch ein Drogenproblem.

Das sagte die Klassenlehrerin der Schülerin am zweiten Verhandlungstag gegen den wegen Mordes angeklagten Vater von Jasmin aus. Seit Ostern 2012 gab es allerdings schulische Probleme. Die Pädagogin sah darin eine „offensichtliche pubertäre Phase“.

Wie ein Weltuntergang

Doch für Jasmins Vater kam dies einem Weltuntergang gleich. Er handelte in völliger Verkennung der Umstände, als er glaubte, die Tochter drohe in Kriminalität und Prostitution abzugleiten – und als es schließlich zu der Tat kam, bei der Semmy D. (17) getötet wurde.

Die Rolle des Jugendamtes und der Schule stand am zweiten Verhandlungstag im Mittelpunkt des Prozesses gegen Fernando D. (52), der den Tod Semmys im August 2012 durch eine Explosion in dessen Wohnung verursacht hat. Auf Initiative von Jasmin war das Jugendamt im Mai 2012 eingeschaltet worden, nachdem der Vater die Schülerin mit dem Tod bedroht, sie gewürgt und geschlagen hatte.

Kommunikation mit Vater verweigert

Weil die pubertierende Tochter die Kommunikation mit dem Vater verweigerte, hatte die Behörde gemeinsam mit den Eltern eine Unterbringung in einer Wohngruppe organisiert. „Von da ab gingen die Leistungen steil bergab, und sie schwänzte immer häufiger die Schule“, so die Klassenlehrerin.

Jasmin verbrachte die meiste Zeit bei Semmy, der ihr „Geborgenheit und Fürsorge“ vermittelte, erinnerte sich die Jugendamtsmitarbeiterin und betonte: „Eine Einrichtung kann kein Zuhause ersetzen.“ Die Sozialarbeiterin hatte Sammy als „intelligenten, sympathischen, freundlichen jungen Mann“ kennengelernt.

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Weil die Eltern sich jedoch Sorgen um die schulschwänzende Tochter machten und sich gleichzeitig nicht an die vom Jugendamt festgelegten Auflagen hielten, sah sich die Behörde zu weiteren Maßnahmen gezwungen: „Wir hatten überlegt, das Familiengericht einzuschalten.“ Mit Nachdruck wies die Sozialarbeiterin den Vorwurf der Nebenklägerin, die die Mutter des Opfers im Prozess vertritt, zurück, die neue Anschrift Sammys verbotenerweise an Fernando D. weitergegeben zu haben.

Sie sei vielmehr dazu verpflichtet gewesen, den Eltern einer minderjährigen Tochter deren Aufenthalt zu nennen, hielt die Jugendamts-Mitarbeiterin dagegen. Und im Übrigen habe sie in Gesprächen mit Semmy den Eindruck gewonnen: „Er fühlte sich zu keinem Zeitpunkt von dem Vater bedroht.“

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