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Prozess: War Mord an Mutter der Auslöser?

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Vor Gericht muss sich der Angeklagte (2. von rechts) wegen Mordes verantworten. Foto: Clemens Schminke
Ein Sizilianer soll seine Frau mit mehr als 50 Messerstichen getötet haben und muss sich dafür nun vor Gericht verantworten. Eine Geschichte aus dem Heimatort Barrafranca animierte den 47-Jährigen offenbar zur Tat.  Von
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Maria S. hatte kaum eine Chance zu überleben. Als am Abend des 22. September Polizisten in ihrer Wohnung in Buchforst eintrafen, fanden sie die 44-jährige Frau schwer verletzt vor; 55 Messerstiche wurden später an Hals, Oberkörper und Oberschenkeln gezählt. Zwar gelang es den Rettungskräften, sie wiederzubeleben, doch wenig später starb sie im Merheimer Krankenhaus. Herz, Lunge, Magen und Leber waren getroffen worden. Seit Mittwoch muss sich ihr Ehemann Calogero S. vor der 5. Großen Strafkammer des Kölner Landgerichts verantworten. Der Vorwurf: Mord aus niedrigen Beweggründen.

Viele Zuschauer hatten sich in Saal 210 eingefunden. Von der Richterbank aus gesehen links saß der Angeklagte mit zwei Verteidigern und einer Italienisch-Dolmetscherin. Gegenüber nahm eine lange Reihe anderer Prozessbeteiligter Platz, darunter die Eltern der Getöteten, die aus Sizilien angereist waren, ihre Schwester, eine weitere Übersetzerin und ein psychiatrischer Gutachter.

Mann rief selbst die Polizei

Was war an jenem Abend passiert? Weder zur Sache noch zur Person werde sich Calogero S. (47) äußern, sagte Verteidiger Markus Loskamp. Die Strategie des Schweigens ging so weit, dass der Anwalt es ablehnte, seinen Mandanten die Tatwaffe, ein Messer mit einer 14 Zentimeter langen Klinge, identifizieren zu lassen. Dabei hatte der Angeklagte selber am 22. September gegen 21.50 Uhr aus der Wohnung in Buchforst die Polizei per Notruf verständigt und war dort festgenommen worden. An seiner Täterschaft scheinen keine Zweifel zu bestehen. Allerdings ist fraglich, wie Hintergrund und Umstände der Tat zu bewerten sind. Liegen niedrige Beweggründe und auch eine „besondere Schwere der Schuld“ vor?

Am Rande des Prozesses äußerte sich Rechtsanwalt Achim Mauer, der die Eltern Francesco V. und Stella C. als Nebenkläger vertritt. Die blutige Geschichte bezeichnete er als „sehr persönlich“ und „traditionell“. Calogero S. und sein Opfer stammen aus Sizilien und waren lange verheiratet. Nach der Trennung zog die Frau mit der Tochter nach Buchforst; er wohnte mit dem Sohn in der Südstadt. Ab und zu besuchte er Maria S., die sich einem anderen Mann zugewandt hatte. 2012 hörte er in seinem Heimatort Barrafranca von einem Sohn, der seine Mutter wegen Ehebruchs umgebracht hatte. Das habe ihn zur Tat animiert, sagte Mauer. Der Prozess wird am Montag fortgesetzt.

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