27.08.2016
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Radfahrer-Demo in Köln: 2000 Radler trotzen tapfer dem Wetter

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Martina Goyert

Köln -

Trotz grauer Wolken radelten am Sonntag rund 2000 Teilnehmer bei der achten Kölner Fahrradsternfahrt durch die Stadt. Die Radler starteten in den Kölner Außenbezirken, trafen sich mittags am Rudolfplatz und fuhren von dort aus auf Fahrrädern, Tandems, Lasten- und Dreirädern durch die Innenstadt. Mit der Aktion demonstrierten sie für eine fahrradfreundlichere Stadt.

„Ich fahre große Umwege, um die schlechten Radwege in der Innenstadt zu vermeiden“, erzählt Freizeitradlerin Ruth Hesse. Besonders schlimm sei die Luxemburger Straße, so die 51-Jährige. „Die Radwege in Köln sind zu eng. Da merkt man, dass die Stadtplanung auf den Autoverkehr ausgelegt ist.“

Tempo 30 in der Innenstadt

Als die Stadt nach dem Krieg wieder aufgebaut wurde, hatte niemand damit gerechnet, dass das Fahrrad einen so großen Stellenwert einnehmen würde. Heute legen die Kölner 15 Prozent der Wege mit dem Fahrrad zurück. Ehrenfeld zählt die meisten Fahrradfahrer, in den Kölner Außenbezirken hingegen treten die Leute immer seltener in die Pedale. „Wir brauchen mehr Fahrradwege und mehr Schutzstreifen auf den Straßen“, sagt Hendrik Colmer, Mitarbeiter im Team des Fahrradbeauftragten der Stadt Köln. „Noch dieses Jahr entwerfen wir gemeinsam mit den Bürgern ein Fahrradstraßenkonzept.“ Mehrere Straßen in der Innenstadt sollen für vorrangig für Zweiräder reserviert sein, Autofahrer müssten sich unterordnen.

Über eine solche Aussage kann Marco Laufenberg, Veranstalter der monatlichen Fahrraddemo „Critical Mass“, nur lachen. „Schon 1994 wurde ein Fahrradkonzept für die Stadt geplant, seitdem hat sich nichts geändert.“ Auch Wolfgang Kissenbeck, Organisator der Sternfahrt, forderte die Stadt auf, die geplanten Konzepte endlich durchzusetzen. Sein größter Wunsch: Tempo 30 in der ganzen Innenstadt. „Das würde den Geschwindigkeitsunterschied zwischen Fahrrädern und Autos verringern. Und die Sicherheit für Radfahrer erhöhen“. Von einer Helmpflicht als zusätzlichen Schutz hält er aber nichts – scheinbar genau wie rund die Hälfte der Teilnehmer, die „oben ohne“ fuhren.