28.08.2016
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Pressekonferenz der Polizei Köln: „Rasante“ Entwicklung bei Verdächtigen aus Nordafrika

Polizisten nehmen in der Altstadt einen jungen Mann nach einem Taschendiebstahl fest.

Polizisten nehmen in der Altstadt einen jungen Mann nach einem Taschendiebstahl fest.

Foto:

Arton Krasniqi

Köln -

Junge Männer aus Nordafrika rücken schon seit geraumer Zeit immer mehr in den Fokus der Ermittler. 2010 stammten in Nordrhein-Westfalen 525 der Tatverdächtigen bei Taschendiebstahlsdelikten aus Marokko. 2014 waren es schon 1404.

Algerier tauchten 2010 noch gar nicht in der Statistik auf, vier Jahre registrierte die Polizei bereits 1058 Tatverdächtige aus dem Staat im Nordwesten Afrikas.

2014 wurden in Köln 1800 Tatverdächtige aus nordafrikanischen Ländern ermittelt. Sie bilden damit einen Anteil von 8,8 Prozent aller Beschuldigten. Im vergangenen Jahr lag dieser Wert schon bei mehr als zehn Prozent.

Historischer Rekordwert

„Seit drei Jahren fällt uns diese rasante Entwicklung auf“, sagt Kripo-Chef Norbert Wagner. Mehr als 14.500 Taschendiebstähle weist die Kölner Kriminalstatistik für 2014 aus – ein historischer Rekordwert. Auffallend ist, dass die jungen Männer aus Marokko, Tunesien oder Algerien, die meist allein nach Deutschland kommen und hier auf sich gestellt sind, besonders häufig erneut straffällig werden, wenn sie einmal erwischt wurden.

Innerhalb eines Jahres wurden Tunesier in 38 Prozent aller Fälle wieder zu Tätern, Marokkaner in 45 Prozent der Fälle. Das geht aus einer internen Auswertung der Ermittler hervor. Taschendiebstahls - und Ladendiebstahlsdelikte sowie Straßenraub sind die Delikte, mit denen die Tätergruppe besonders häufig auffällt.

Günther Korn leitet ein Kölner Kommissariat, in dem 40 Mitarbeiter in Vollzeit Taschendiebstähle bearbeiten. „Noch vor fünf Jahren kannten wir in Köln alle nordafrikanischen Täter namentlich – es waren 15.“ Er ist seit 40 Jahren im Dienst. „Ich habe es noch nie erlebt, dass innerhalb von zwei bis drei Jahren die Zahl einer bestimmten Täterklientel derart ansteigt.“