29.08.2016
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Recht und Moral: Köln-Preis für 26-jährige Medizinerin

OB Jürgen Roters (l.) und Rektor Prof.Dr. Axel Freimuth (r.) mit Köln-Preisträgerin 2012 Veronika Betz.

OB Jürgen Roters (l.) und Rektor Prof.Dr. Axel Freimuth (r.) mit Köln-Preisträgerin 2012 Veronika Betz.

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Martina Goyert

Köln -

Der Köln-Preis 2012 geht an die Medizinerin Veronika Betz. Axel Freimuth, Rektor der Universität zu Köln, und Oberbürgermeister Jürgen Roters überreichten der 26-Jährigen die Auszeichnung am Montag im Hansasaal des Rathauses. Betz erhält den Köln-Preis für ihre Dissertation zum Thema „Leben und Lehre des Kölner Geburtshelfers Ignatz Düntzer“, die sie am Institut für Geschichte und Ethik der Medizin an der Uniklinik Köln geschrieben hat. Betz, die derzeit als Assistenzärztin am Kreiskrankenhaus Dormagen arbeitet, trug sich am Ende der Feierstunde ins Gästebuch der Stadt ein.

Düntzer (1808-1848) wirkte als Arzt und Geburtshelfer in Köln und befasste sich in wissenschaftlichen Schriften zur Geburtshilfe unter anderem mit der Problematik der so genannten schweren Geburt. Die Preisträgerin hat nach den Worten Freimuths herausgearbeitet, wie Düntzers Empfehlungen für den Umgang mit den schweren Geburten „vor dem Hintergrund des damaligen Wissensstandes und Moralempfindens einzuschätzen sind“. Es gehe dabei um die Widersprüche zwischen Recht und Moral, „die teilweise bis heute bestehen“: Bei der Rettung von Frühgeborenen um jeden Preis einerseits und bei Abtreibungen andererseits bestünden Konflikte zwischen der Berufspflicht des Arztes, juristischen Vorgaben und der Autonomie der Schwangeren. „Aus diesem Spannungsfeld ergibt sich die durchaus zeitlose Relevanz des Themas der Dissertation“, so Uni-Rektor Freimuth.

Der Köln-Preis ist eine gemeinsame Initiative der Universität und der Stadt Köln und wird finanziell unterstützt vom Verlag M. DuMont Schauberg und der Firma Netcologne.