27.07.2016
Aktuelle Nachrichten aus Köln und der ganzen Welt

Übergriffe am Kölner Hauptbahnhof: So haben Reporter aus dem Ausland Köln nach der Silvesternacht erlebt

Blumen auf der Treppe am Kölner Hauptbahnhof.

Blumen auf der Treppe am Kölner Hauptbahnhof.

Foto:

Krasniqi

Liberal, aber auch schmutzig

„Bei meinem Aufenthalt in Köln habe ich zwei Gefühle rund um den Hauptbahnhof besonders wahrgenommen: Trauer und Erschütterung. Ich war vor zwei Monaten in Paris nach dem Attentat. Das war von der Dimension natürlich viel größer, aber die Atmosphäre war ähnlich.

Ich war überrascht von den Blumen auf der Domtreppe, den Parolen gegen Sexismus daneben. Ich hatte mit mehr Angst gerechnet. Köln scheint mir eine sehr liberale Stadt mit liberalen Menschen zu sein, in der viel möglich ist. Allerdings gibt es auch viele Obdachlose, und es ist schmutzig. Die Stadt war verwahrloster, als ich sie mir vorgestellt habe – ich habe Deutschland bislang mit Attributen wie „nett“ und „rein“ assoziiert.

Ich bin sicher, dass Köln noch einige Jahre mit der Silvesternacht verbunden werden wird. Das Ereignis wird nicht schnell vergessen werden im Ausland. Leider. “ - Jeroen de Preter, De Morgen, Belgien

Köln in der Weltpresse
Köln, 07.01.15: Köln im Fokus der Weltöffentlichkeit. Wenn ein zentraler Platz in einer Millionenstadt über Stunden zum offenbar rechtsfreien Raum wird, ist das Interesse groß. Ebenso wie der Schaden. Den neusten Zahlen und Berichten zufolge haben bereits Touristen ihre Reise in die Domstadt storniert.

Unerwartet friedlich

„Viele Kölner kamen mir sehr liberal vor. Alle haben die Stadt verteidigt, niemand wollte der Polizei die Schuld geben, keiner hatte Ressentiments. Die Stimmung war unerwartet friedlich. Schön fand ich, dass die Flüchtlinge von sich aus sehr aktiv geworden sind und Demonstrationen gegen Sexismus organisiert haben.

Am meisten bewegt hat mich, wie Frauen, die mir zuvor erklärt hatten, sie seien jetzt ängstlicher, kurz darauf mit diesen Demonstranten ins Gespräch gekommen sind. Das war ein Dialog, von dem ich denke, dass er allen Kölnern helfen könnte, gemeinsam das Trauma zu überwinden.“ - Johannes Tralla, öffentlich-rechtliches Fernsehen, Estland

Lesen Sie im nächsten Abschnitt: Wie Journalisten aus Paris, Stockholm und New York Köln erlebt haben.

nächste Seite Seite 1 von 2

Neue Nachrichten

Wir haben neue Artikel für Sie. Möchten Sie jetzt die aktuelle Startseite laden?