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Restauration: Frischkur für das Flügelauto

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Auszubildende von Ford restaurieren das Flügelauto des Kölner Künstlers HA Schult in der Lehrwerkstatt.  Foto: Grönert
Üben am Kunstobjekt: Das goldene Flügelauto ist zur Restauration in der Lehrwerkstatt der Ford-Werke. Zwei Wochen lang bringen Azubis das Kunstwerk wieder auf Vordermann - und das ist komplizierter als gedacht.  Von
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Angenehm war das nicht. Der Innenraum des Flügelautos Zentimeter dick voller Taubendreck. „Da war ein Loch in der Bodengruppe. Die Tauben haben sich in dem Fiesta ziemlich wohl gefühlt.“ Doch Ismail Kaplan (26), Ausbilder bei Ford, hat seine Gruppe dennoch problemlos motivieren können, sich in Niehl mit dem Werk des Aktionskünstlers HA Schult zu beschäftigen. Reinigen, restaurieren, Schäden beseitigen.

Am 12. November vergangenen Jahres ist der doch arg ramponierte goldene Vogel in der Lehrwerkstatt eingeflogen, auf einem Tieflader, nachdem ihn ein Kran vom historischen Treppenturm des Kölnischen Stadtmuseums heruntergeholt hatte. Doch die Hoffnung, den Wagen komplett restaurieren zu können, hat sich nicht erfüllt. „Die Motorhaube und die Heckklappe waren derart ausgebeult und mit Rostflecken übersät, da konnten wir durch Ausbessern und Spachteln nichts mehr retten.“

Die Lackiererei ist zu klein

Kein Problem, denn im Ersatzteillager in Merkenich gibt es noch alle Blechteile für einen Fiesta, Baujahr 1989. Nur die Farbe, die machte Probleme. „Gold ist nicht gleich Gold. Wir mussten den Lack erst analysieren um herauszukriegen, welche Farbe wir brauchen.“ Ein interessanter Auftrag für Kevin Goile (21) im dritten Ausbildungsjahr. „Wir haben etliche Gelbtöne und Mischungen ausprobiert. Schließlich soll das Kunstwerk nicht fleckig wirken.“

Inzwischen ist der Farbton ist gefunden. Und während die Lehrlinge die Reifen mit Schmirgelpapier noch von ihrem alten Goldanstrich befreien, plant Ismail Kaplan schon die Neulackierung. Wobei es auch dabei ein Problem gibt. Das Flügelauto ist zehn Meter breit und 3,50 Meter hoch. „Darauf ist unsere Lackiererei nicht eingerichtet.“ Und so wird an einem Samstag eben in einer anderen Halle lackiert. „Wir machen das am Wochenende, wenn hier nicht gearbeitet wird. Dann können wir das in aller Ruhe einrichten.“

Zurück auf den Turm

Während die Auszubildenden die frisch lackierte Motorhaube einsetzen, macht der Künstler nochmal deutlich, dass sein Goldener Vogel, der im April 1989 Teil der zweiwöchigen Kunstaktion „Fetisch Auto“ war, auf dem Turm des Stadtmuseums aus seiner Sicht längst ein Stück Köln geworden ist. „Er ist ein beliebtes Fotomotiv bei den Touristen.“

Die Stadt hat den Ausflug des Flügelautos nach Niehl dazu genutzt, die Standplatte, auf die es montiert ist, zu reparieren und auch ein paar Schäden am Treppenturm zu beheben. Jetzt steht der Rückkehr des Gefährts, das zuletzt 2006 generalüberholt wurde, nicht mehr viel im Weg. Ende Februar soll es soweit sein. Vorausgesetzt, Ford-Chef Bernhard Mattes und Oberbürgermeister Jürgen Roters finden einen gemeinsamen Termin. Und HA Schult turnt nicht gerade irgendwo zwischen Lhasa, Schanghai und Jerusalem in der Weltgeschichte herum.

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