27.09.2016
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15 Personen festgenommen, Hund betäubt: Drogen-Razzia bei Großfamilie - Polizei stürmt falsches Appartement

Razzia am Kölnberg. Hunderte Beamte sind im Einsatz.

Razzia am Kölnberg. Hunderte Beamte sind im Einsatz.

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Ingo Hinz

Köln -

Wegen des Verdachts auf Drogenhandel durchsuchen Spezialeinheiten der Kölner Polizei seit etwa 6 Uhr am Montagmorgen mehrere Wohnungen in Köln. Schwerpunkt der Kontrollmaßnahmen ist dabei der Kölnberg im Stadtteil Meschenich. Hunderte Beamte sind in den Hochhäusern an der Alte Fischenicher Straße im Einsatz.

Auch in Bonn, Euskirchen und dem Rhein-Erft-Kreis waren Beamte im Einsatz. Insgesamt durchsuchten die Beamten im Kölner Stadtgebiet und im Umland 54 Wohnungen. 400 Beamte waren im Einsatz.

15 Personen festgenommen, Hund betäubt

15 Mitglieder einer mutmaßlichen Drogenbande - vier Frauen und elf Männer - wurden festgenommen. Gegen sie lagen Haftbefehle vor, weil sie über mehrere Jahre einen lukrativen Handel mit harten Drogen betrieben haben sollen.

Die Beamten konnten umfangreiche Beweismittel und einen fünfstelligen Bargeldbetrag sicherstellen.

Bei der Durchsuchung eines Kiosks in der Straße Am Rondorfer Pfad hinderte ein Hund die Beamten am Betreten des Geländes. Da auch der Angestellte den Vierbeiner nicht bändigen konnte, rückte die Feuerwehr an. Der Hund wurde betäubt und in ein Tierheim gebracht.

Panne beim Einsatz im Hochhaus

Beim Stürmen eines Appartements in der Hochhaussiedlung am Kölnberg unterlief den Spezialkräften eine Panne: Es kam zu einer Verwechslung der Wohnung. Der Bewohner wurde bei dem Einsatz verletzt.

Warum die Beamten die falsche Wohneinheit stürmten und ob der Verletzte nun Schadenersatzansprüche stellen kann, wird nach Angaben der Polizei noch geprüft.

Ermittlungen laufen seit einem halben Jahr

Bereits seit Juli 2015 ermittelt die Kriminalpolizei gegen die Angehörigen der Großfamilie. Durch umfangreiche Ermittlungen deckten die Fahnder die Strukturen des Täterkreises und deren Geschäftswege auf, die bis in das Jahr 2012 zurückführen.

Als Haupttäter ermittelten die Beamten einen 44-Jährigen. Ihm wird vorgeworfen als Oberhaupt der Bande seit 2012 den Handel mit Betäubungsmitteln in der Hochhaussiedlung „Kölnberg“ kontrolliert zu haben. Allein zum Betrieb der „Drogengeschäfte“ hatte die Bande mehrere Wohnungen angemietet.

Die Verkäufer in den Wohnungen waren in der Regel auch Drogenabhängige, die vollständig unter der Kontrolle des Clans gestanden haben sollen. Gegen Kontrahenten und Aussteiger sollen die Täter mit großer Brutalität vorgegangen sein.

Nach Einschätzungen der Ermittler hat die Bande Heroin und Kokain in einem hohen zweistelligen Kilogrammbereich verkauft und damit einem Umsatz in Millionenhöhe gemacht. (ksta)


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