25.08.2016
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Bus- und Bahn-Haltestellen: 1500 KVB-Unterstände werden ersetzt

Die Haltestelle Rodenkirchen Rathaus (l.) wird auch 2015 ein Wartehäuschen haben, an der Grimmelshausenstraße (r.) werden Warte

Die Haltestelle Rodenkirchen Rathaus wird auch 2015 ein Wartehäuschen haben.

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Süsser

Rodenkirchen -

Weil die Stadt in diesem Jahr einen neuen Werbevertrag ausschreibt, werden von Januar 2015 an in ganz Köln alle Wartehäuschen entlang der Bus- und Bahnlinien abgebaut und durch neue ersetzt. 1500 solcher Unterstände soll es dann im Stadtgebiet geben, das sind 200 mehr als bislang. Bei Bedarf können 50 weitere hinzukommen.

Es wird sich also einiges ändern in der Häuschenlandschaft. Manche Haltestellen erhalten einen Unterstand, an anderen fällt der bereits existierende Wetterschutz weg. In den 90er Jahren seien die Wartehäuschen mit den integrierten Plakaten nach Werbewirksamkeit aufgestellt worden, sagte Gunther Höhn in der Rodenkirchener Bezirksvertretung. Künftig werde allein die Zahl der Ein- und Aussteiger zugrunde gelegt. „Am 1. Januar 2015 haben wir die Situation null“, sagte der Verkehrsmanager bei der KVB.

Zustimmung trotz Skepsis

Ein Bushäuschen gibt es künftig, wenn mindestens 40 Personen am Tag an der Haltestelle ein- oder aussteigen. Bisher lag die Untergrenze bei 100. Bei der Stadtbahn sind bei mindestens 200 Ein- und Aussteigern zwei Fahrgastunterstände vorgesehen – einer pro Bahnsteig. Höhn und Christian Dörkes vom Amt für Stadtentwicklung und Statistik legten dem Stadtteilgremium eine Liste der künftigen überdachten Wartestände vor – im Bezirk sind das 112 für den Bus und 44 für die Stadtbahn. „Wir brauchen Ihre Zustimmung, damit die Ausschreibung erfolgen kann“, so Höhn.

Die Bezirksvertreter billigten die Liste letztlich einstimmig, auch wenn sie sich nicht zufrieden zeigten. „Südlich der Autobahn werden viele Häuschen abgebaut und nicht ersetzt“, bemängelte Alexander Balint von den Grünen. Vor allem die Stadtteile Immendorf, Godorf und Meschenich seien benachteiligt, ergänzte Fraktionskollegin Marion Heuser. Allein in Meschenich sollen neun Wartestände wegfallen. Die beiden Häuschen am Bahnhof Rodenkirchen seien nicht ausreichend, meinte Elke Bussmann (SPD). Monika Roß-Belkner (CDU) kritisierte, dass keine übersichtliche Vorher-Nachher-Liste vorgelegt worden sei.

Neubauten erst ab 2015

Besonders der Seniorenvertreter Eduard Mermagen und auch Marlies Ante (CDU) bedauerten, dass allein die Anzahl der Fahrgäste ausschlaggebend sei. An der einsam gelegenen Haltestelle am Friedhof Steinneuer Hof zum Beispiel wünschten sie sich dringend einen Wind- und Wetterschutz. Karl Wolters (FDP) forderte, dass der längst überfällige Unterstand an der Bushaltestelle am Sürther Bahnhof früher komme. „Den wollen wir auch schon lange“, sagte Gunther Höhn. Vor 2015 werde das aber wahrscheinlich nichts werden.

Die Ein- und Aussteigerzahl sei ein objektives Kriterium für das Aufstellen von Unterständen, betonte Christian Dörkes, daran werde nicht mehr gerüttelt, auch nicht an der Gesamtzahl der Fahrgastunterstände (FGU). Allerdings könnten die Bezirksvertreter noch Vorschläge für den Tausch von Wartehäuschen einbringen. Die Stadtteilpolitiker wollen sich noch einmal mit dem Thema befassen. Die endgültige Liste soll der Ausschreibung als Kalkulationsgrundlage für die Bieter beigefügt werden. Für den künftigen Inhaber der Konzession bedeutet das aber nicht automatisch, dass er ein Wartehäuschen mit Werbung aufstellen darf. Er muss einen Bauantrag stellen und braucht eine Erlaubnis zur Sondernutzung. Darüber entscheidet die Bezirksvertretung.