25.09.2016
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Kölner Stadt-Anzeiger | Fahrradstraßen in Köln-Zollstock: Die Radfahrer bestimmen das Tempo
25. January 2016
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Fahrradstraßen in Köln-Zollstock: Die Radfahrer bestimmen das Tempo

Radfahrer an der Ecke Gottesweg/Weyerstraßerweg

Radfahrer an der Ecke Gottesweg/Weyerstraßerweg

Foto:

Moritz

Zollstock -

Auf der Straße östlich der Bahnlinie in Zollstock haben seit einigen Wochen die Radfahrer das Sagen. Die Stadt hat den Weyerstraßerweg und die Berlin-Kölnische Allee zu Fahrradstraßen gemacht. Das Problem: Viele Rad- und Autofahrer wissen gar nicht, was das bedeutet. Das soll sich nun ändern.

Regeln vielen nicht bekannt

Bisher ist es nur ein weißes Fahrrad auf blauem Grund, das auf den Schildern an den Zufahrten der beiden Straße auf die neue Regelung hinweist. Ein wenig verwirrend mag für manch einen jedoch der Hinweis darunter sein: „Autos und Motorräder frei“ steht auf einem zweiten Schild. In der Straße dürfen also weiterhin Autos, Motorräder und Fahrräder fahren.

Doch die Radler bestimmen die Geschwindigkeit – eine Regelung, die offenbar vielen nicht bekannt ist: „Es gibt da anscheinend noch ein großes Informationsdefizit, aber wir können natürlich auch keine Tafeln aufstellen, auf denen wir die kompletten Regeln einer Fahrradstraße erklären“, sagt Jürgen Möllers, Fahrradbeauftrager in der Kölner Stadtverwaltung.

In den kommenden Monaten sollen zusätzlich zu den Schildern auf dem Asphalt entsprechende Markierungen auf die Fahrradstraße hinweisen. Weil aber offenbar nicht nur die Rad- und Autofahrer in Zollstock wenig über die Regeln auf einer Fahrradstraße wissen, plant die Stadt im Laufe des Jahres eine Info-Kampagne. „Denkbar sind zum Beispiel Plakate, Flyer und Infos auf der Homepage der Stadt“, sagt der Experte Jürgen Möllers.

Dass die Achse Weyerstraßerweg/Berlin-Kölnische-Allee überhaupt zur Fahrradstraße wurde, ist eine Konsequenz aus dem Radverkehrskonzept für Lindenthal, Sülz und Klettenberg. Demnach fahren die meisten Radfahrer bisher westlich der Bahnlinie über die Rhöndorfer Straße. Weil es dort aber unter anderem wegen des Lieferverkehrs zu den Supermärkten oft eng wird, rieten die Gutachter, den Radverkehr über die Straßen östlich der Bahnlinie zu leiten. Die rechtlichen Voraussetzungen dafür sind nun gemacht, jetzt muss sich die neue Regelung nur noch unter den Rad- und Autofahrern herumsprechen.