28.09.2016
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Gymnasien: Große Nachfrage nach wenigen Plätzen

Das Rodenkirchener Gymnasium ist eines von zwei seiner Art im Bezirk.

Das Rodenkirchener Gymnasium ist eines von zwei seiner Art im Bezirk.

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Philipp Haaser

Rodenkirchen -

„Wo würden Sie Ihrem Wunsch nach Ihr Kind gerne anmelden?“ – überdurchschnittlich viele Eltern im Bezirk Rodenkirchen antworten auf diese Frage mit: „auf dem Gymnasium“. Das ist das Ergebnis der Elternbefragung der städtischen Abteilung für Schulentwicklungsplanung im vergangenen Jahr.

Obwohl sich nach Darstellung aus dem Schulamt viele Eltern nach den Beratungen mit den Grundschullehrern noch anders entscheiden – die Sorge, dass die Plätze an weiterführenden Schulen im Bezirk nicht ausreichen, treibt Rodenkirchens Politiker und Eltern um, insbesondere, weil die Bevölkerung auch im Kölner Süden in den nächsten Jahren weiter wachsen wird. Diskutiert wird, wie der Bedarf in Zukunft gedeckt werden soll. Die Pläne für eine Bebauung des Großmarktgeländes spielen dabei eine zentrale Rolle.

In keinem Stadtbezirk klafften Wunsch und Wirklichkeit so weit auseinander, heißt es etwa in einer Anfrage der CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung. Viele Schüler wichen mangels Alternative in andere Stadtbezirke oder auf die Gesamtschulen aus.

Eltern haben keinen Anspruch auf einen Schulplatz an der gewünschten Schulform in ihrer Nähe. Das betont Frank Pfeuffer, im Schulamt zuständig für die Schulentwicklungsplanung. Stadtweit gibt es ausreichend Plätze an Gymnasien. „Das heißt nicht, dass wir die Sorgen nicht ernst nehmen“, sagt Pfeuffer. Die beiden Gymnasien im Bezirk, das Irmgardis-Gymnasium und das Gymnasium Rodenkirchen, könnten den Bedarf tatsächlich nicht alleine decken. Für viele Eltern seien die Schulen in der südlichen Innenstadt eine gute Wahl.

Der Bedarf könne insgesamt gesehen zur Zeit gut gedeckt werden. Pfeuffer wollte aber nicht ausschließen, dass Eltern die Entfernung zum nächsten Gymnasium bei der Wahl der Schulform berücksichtigten und ihr Kind stattdessen lieber auf eine Gesamtschule in ihrer Nähe schickten. Er glaubt aber, dass das nicht häufig vorkomme: „Wenn Eltern unzufrieden sind, kommt uns das durchaus zu Ohren.“

Den gestiegenen Anmeldezahlen sind Pfeuffer und seine Mitarbeiter in den vergangenen Jahren begegnet, indem die Schulen zusätzliche Klassen eingerichtet haben. Dafür seien ausreichend zusätzliche Lehrer eingestellt worden, versichert er. Die SPD-Fraktion im Stadtteilparlament Rodenkirchen fragte nach, wie die absehbaren Zuwächse durch geplante Neubaugebiete berücksichtigt werden. Wenngleich die einzelnen Bauvorhaben im Kölner Süden noch nicht konkret genug seien, um jetzt schon genau sagen zu können, in welchen Jahr wie viele Schüler die Grundschulen verlassen, sei jedoch klar, dass mehr weiterführende Schulen im Bezirk gebaut werden müssen, sagt Pfeuffer.

In den Plänen zur künftigen Nutzung des Großmarktgeländes hat das Stadtentwicklungsamt deshalb einen konkreten Standort für eine Schule mit Oberstufe aufgenommen. Pfeuffers Abteilung will eine zweite Schule auf dem Großmarktgelände bauen. Günter Wevering, beim Amt für Stadtentwicklung zuständig für die Pläne der sogenannten südlichen Innenstadterweiterung, erläutert, dass ein Standort für ein Gymnasium oder eine Gesamtschule 25 000 Quadratmeter groß sein muss. „Dann wäre nicht mehr viel Wohnfläche übrig“, kommentiert Wevering den Vorschlag, auch die zweite Schule auf dem Großmarktgelände unterzubringen. Der Beschluss des Rates sieht einen zweiten Standort auf dem Gelände vor, wenn sich keine Alternative findet, die zusätzliche Plätze für die Bezirke Innenstadt, Rodenkirchen und Lindenthal schafft.