26.08.2016
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Inklusion: Offene Schule Köln offiziell eröffnet

Sylvia Löhrmann (2. v. l.) war Gast beim Empfang. Sie lobte die Initiative von Andreas Reimann (l.) und Schulleiter Hans Flinke

Sylvia Löhrmann (2. v. l.) war Gast beim Empfang. Sie lobte die Initiative von Andreas Reimann (l.) und Schulleiter Hans Flinkerbusch (3. v. l.).

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Süsser

Rodenkirchen -

Die Offene Schule Köln (OSK) hat im August ihren Betrieb aufgenommen. 78 Schülerinnen und Schüler besuchen derzeit die „Gesamtschule für Alle“, wie sie in den Statuten heißt. Gründer der innovativen Bildungseinrichtung sind das „Netzwerk inklusive Schule Köln“ e. V., der Verein „miteinander leben“ und einige Privatpersonen.
Der Schulstart wurde jetzt offiziell gefeiert. Die NRW-Ministerin für Schule und Weiterbildung, Sylvia Löhrmann, nahm an der Feststunde im Rodenkirchener Bezirksrathaus teil, und sie lobte das Kölner Projekt ausdrücklich. „Mit großem Einsatz haben Sie sich für Ihre Schule stark gemacht. Das verdient unsere Anerkennung“, sagte die Grünen-Politikerin. Ganz besonders freue sie sich darüber, dass die Offene Schule die Herausforderung Inklusion annehme. „Wir alle profitieren davon, wenn Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam lernen können“, meinte sie weiter.

In der gegenwärtigen Bildungspolitik vollziehe sich ein Wandel. Schule müsse Lern- und gleichzeitig Lebensraum sein. Kinder müssten ganzheitlich ausgebildet und in ihrer Persönlichkeit angenommen werden. Als „Taufgeschenk“ hatte sie ein Buch für die Schulbibliothek mitgebracht, das sie einer Schülerin überreichte.

Schule als Modellprojekt

Kölns Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes, SPD, hob würdigend hervor, dass die Offene Schule aus einer Privatinitiative hervorgegangen sei. Schulgeld werde aber nicht verlangt, die Einrichtung finanziere sich überwiegend aus Spenden und einem Eigenbetrag. Scho-Antwerpes zeigte sich zuversichtlich, dass das Land die neue Schule zum Modellprojekt erkläre – das sagte sie in Richtung Sylvia Löhrmann – und dass die OSK viele Nachahmer finde. „In Köln wird das Thema Inklusion angegangen, viel Aufklärungsarbeit muss aber noch geleistet werden“, meinte sie. Einen Scheck in Höhe von 5000 Euro überreichte Bezirksbürgermeister Mike Homann an Andreas Reimann, Christina Roth und Ulrike Hilbich-Langediers vom Vorstand des Netzwerkes Inklusive Schule. Das Stadtteilparlament hatte das Geld aus dem Topf der bezirkseigenen Mittel bereitgestellt.

Ohne die Unterstützung vieler Einzelpersonen und Institutionen aus Politik und Verwaltung sei das ambitionierte Projekt nicht zu realisieren gewesen, und auch weiterhin sei die Schule auf Hilfen angewiesen, machten Christina Roth und Andreas Reimann deutlich. Als Geschäftsführer der gemeinnützigen Trägergesellschaft dankte Reimann vor allem Schuldezernentin Agnes Klein für ihre ideelle Unterstützung. „Köln kann froh sein, so eine Dezernentin zu haben“, sagte er.

Moderne Ausstattung

Schulleiter Hans Flinkerbusch erläuterte den Ansatz der inklusiven Pädagogik, die auf einer individuellen Lernkultur basiere. Kinder und Jugendliche sollten unabhängig von ihrer sozialen und kulturellen Herkunft sowie ihren körperlichen und geistigen Voraussetzungen gefördert werden. Typisch sei eine große Altersmischung in den Lerngruppen.

Im Anschluss an die Eröffnungsfeier schauten sich Sylvia Löhrmann und die anderen Gäste die Offene Schule an. Die Ministerin zeigte sich beeindruckt von den großzügigen, hellen und modern ausgestatteten Räumlichkeiten in dem ehemaligen Bürogebäude. Schülerinnen und Schüler führten die Besucher durch die Schule an der Wachsfabrik 25 im Rodenkirchener Gewerbegebiet.

www.netzwerk-inklusve-schule.de