25.06.2016
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Kriminalität in Köln: Anwohner in Rodenkirchen engagieren Sicherheitsdienst

Symbolbild

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Martina Goyert

Rodenkirchen -

Wohnungseinbrüche, Autoaufbrüche, Vandalismus – einige Bewohner des Rodenkirchener Auenviertels wollen das nicht länger hinnehmen.

Sie haben den Verein „Sicherheit im Auenviertel“ gegründet und einen Vertrag mit dem Dienstleister „W.I.S“ abgeschlossen. Seit einem Monat dreht nun ein Mitarbeiter täglich zehn Stunden mit einem Fahrzeug und zu Fuß seine Runden.

Einbruchsserie

Ungefähr 600 Menschen leben im Karree zwischen Grüngürtel-, Ufer, Walther-Rathenau- und Ringelnatzstraße, auch die Sackgasse „Im Park“ gehört dazu.

Michael Müncker ist einer von ihnen und hat die Aktion in die Wege geleitet. Ihm wurde ein Fahrzeug gestohlen und das neue zweimal beschädigt – die Scheibe zerschlagen, die Elektronik geklaut.

„In der Nacht, in der in mein Auto eingebrochen wurde, hat es zwölf weitere Aufbrüche in der Nähe gegeben“, sagt Müncker. Das habe ihm die Polizei bei der Anzeigenaufnahme erzählt.

Sicherheit vermitteln

Es gehe nicht darum, Täter auf frischer Tat zu ertappen. Die Kontrollfahrten sollen vielmehr „Unruhe stiften“ bei möglichen Tätern, so Müncker, und den Anwohnern ein Gefühl der Sicherheit vermitteln. Genaue Zahlen über die Straftaten speziell im Auenviertel gibt es nicht. Aber die Polizei bestätigt eine deutliche Steigerung von Eigentumsdelikten im Stadtteil Rodenkirchen um 20 Prozent im Vergleich der Jahre 2014 und 2015.

Sascha Himmel von der Inspektion Südwest spricht von einer „Täterbewegung“ nach Rodenkirchen. In anderen Stadtteilen im Kölner Südenwesten seien die Delikte deutlich rückläufig gewesen.

Der Sicherheitsdienst soll die Polizei unterstützen. „Die Beamten in Rodenkirchen kommen schnell, wenn man sie braucht“, lobt Müncker. Aber sie könnten schließlich nicht immer und überall Streife fahren, zumal die Polizei „nicht optimal“ besetzt sei. Das findet auch Himmel.

Rund 70 Mitglieder hat der neue Verein. Pro Haus kostet die Mitgliedschaft 90 Euro im Monat. Vorsitzende sind Michael Müncker und Jan Webering. Sie hoffen, dass sich ihnen noch ein paar mehr Bewohner anschließen werden.