30.07.2016
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Nord-Süd-Bahn: Straßenausbau ist keine Lösung

Der neue Abzweig der Nord-Süd-Stadtbahn über die Fahrbahnen der Rheinuferstraße. Die Linie 17 soll Erfahrungen bringe, wie bei

Der neue Abzweig der Nord-Süd-Stadtbahn über die Fahrbahnen der Rheinuferstraße. Die Linie 17 soll Erfahrungen bringe, wie bei späterem vollen Betrieb über die Strecke Staus vermieden werden können.

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Philipp Haaser

Rodenkirchen -

Aus der Perspektive des Bezirks Rodenkirchen hat sich die Freude über den beschlossenen baldigen Start der Linie 17 rasch mit der Sorge vor neuen Problemen gemischt. Denn nicht nur die erhofften Vorzüge, auch die befürchteten Nachteile werden nun schneller Realität. Die Finanzlage der Stadt und die Bedingungen, die an die Zuschüsse des Landes geknüpft sind, deuten darauf hin, dass kein Weg an der ebenerdigen Querung der Gleise über die Rheinuferstraße vorbeiführt. Hier können zwar Erfahrungen mit der Ampelschaltung gesammelt werden, bevor die Nord-Süd-Bahn ihren Betrieb in vollem Umfang aufnimmt. Doch mehr Staus werden sicher die Folge sein.

Gleichzeitig wird die Bonner Straße zur Großbaustelle, und vor allem Bayenthaler und Marienburger befürchten, dass noch mehr Autofahrer ihr Viertel für Schleichfahrten missbrauchen. Großes Vertrauen, dass Pendler in Scharen auf die durch den Ausbau attraktiver gewordene Bahn umsteigen, haben die Bürger nicht. Ein Ausbau der Straßen und des Verteilerkreises wird zwar von vielen Seiten gefordert, kann aber kaum die Lösung sein. Das ist Verkehrspolitik aus hoffentlich längst vergangenen Zeiten.

Eine Schlüsselrolle wird den bestehenden und geplanten Park-and-Ride-Plätzen zukommen. Während beispielsweise der Platz in Sürth oft überfüllt ist, nutzen die Autofahrer andere wie jenen am Godorfer Bahnhof kaum. Vielleicht helfen hier schon vergleichsweise einfache Maßnahmen wie bessere Leit- und Informationssysteme.