28.07.2016
Aktuelle Nachrichten aus Köln und der ganzen Welt

Quartier Reiterstaffel: Ein Kindergarten, viele Sprachen

Am künftigen Kita-Standort freuen sich Koordinator Frank Lohscheller (v.l.), ISS-Geschäftsführer Ali Koban sowie Eva-Marie Schn

Am künftigen Kita-Standort freuen sich Koordinator Frank Lohscheller (v.l.), ISS-Geschäftsführer Ali Koban sowie Eva-Marie Schneider-Robl und Architekt Bernhard Schneider über den Start der Bauarbeiten.

Foto:

Boldt

Marienburg -

Neben der eigenen Muttersprache von Anfang an spielend eine weitere Fremdsprache lernen – diese Chance möchte das Netzwerk „Interkultureller Sozialer Service“ (ISS) in Zukunft auch Kindern im Kölner Süden bieten. Auf dem Gelände der ehemaligen Reiterstaffel der Polizei in Marienburg baut der ISS an seiner ersten mehrsprachigen und zugleich integrativen Kindertagesstätte. Die Einrichtung wird dringend benötigt: Die vier Kindertagesstätten des Stadtteils sind bereits jetzt überlastet, und mit der Fertigstellung des umliegenden Neubaugebietes wird die Nachfrage weiter wachsen.

Der dreigeschossige und etwa 2,6 Millionen Euro teure Neubau soll bei seiner Fertigstellung im Februar 2014 Raum für bis zu 95 Kinder in sechs Gruppen bieten; zehn dieser Plätze sind für Kinder mit Behinderungen reserviert. Der künftige Betreuerstab soll aus 16 Mitarbeitern der Berufsgruppen Pädagogik, Logopädie, Physiotherapie, Elementarerziehung und Kinderpflege bestehen. „Kitas in dieser Größenordnung sind immer noch selten“, sagt Frank Lohscheller, Koordinator des Netzwerks, „aber die fehlenden Plätze müssen ja schließlich irgendwie geschaffen werden.“ Mehrere Eingänge und eine Verteilung der Gruppen auf die unterschiedlichen Stockwerke sollen dafür sorgen, dass kein „Riesentrubel“ entsteht.

Viel kreativer Freiraum

Die geplante Ausstattung wird den Kindern voraussichtlich jede Menge kreativen Freiraum lassen: Neben den Gruppenräumen entsteht ein großer Atelierraum, in dem die Kleinen an niedrigen Tischen und wahlweise auch auf dem leicht abwaschbaren Boden malen und basteln dürfen. Alternativ soll dieser Raum später auch für Theater und musikalische Angebote genutzt werden.
Im Außenbereich sind ein großer Garten mit Sand- und Grünflächen sowie Klettergerüste und liegende Baumstämme vorgesehen. Auch ein kleiner Nutzgarten und Blumenbeete sollen entstehen, damit die Kinder etwas wachsen lassen und ernten können. Für die unter Dreijährigen ist ein optisch abgetrennter Bereich vorgesehen, um Rückzugsmöglichkeiten und Ruhe zu bieten.

Das wichtigste Alleinstellungsmerkmal wird aber – wie schon bei der ersten Kölner ISS-Kita in Kalk – ihre Mehrsprachigkeit sein. In jeder Gruppe bekommen die Kinder die Möglichkeit, Englisch, Ffranzösisch, Spanisch oder eine weitere Sprache zusätzlich zum Deutschen zu lernen. Dieses Sprachenlernen geschieht immersiv: Während eine Erzieherin ausschließlich deutsch spricht, kommuniziert die zweite in einer anderen Sprache mit den Kindern. Hierdurch soll sichergestellt werden, dass die Pänz am Ende ihrer Kindergartenzeit für die fremde Sprache das gleiche Hörverständnis entwickelt haben wie für die deutsche Sprache.

Es gibt noch freie Plätze

Unterstützt wird dies durch Bücher- und Hörspielangebot in beiden Sprachen. Lohscheller: „Studien haben ergeben, dass mit relativ geringem Mehraufwand große Effekte für die spätere Lernentwicklung der Kinder erzielt werden können. So besuchen überdurchschnittlich viele Kinder aus mehrsprachigen Kindergärten später Realschulen und Gymnasien.“

Mit ihrem mehrsprachigem Ansatz folge das Kölner Netzwerk außerdem der EU-Leitlinie, die es begrüßt, wenn Kinder generell dreisprachig aufwachsen. Das übergeordnete Ziel von ISS ist, dass Menschen, egal welcher Hautfarbe oder Herkunft, gleiche Chancen erhalten und sich auf Augenhöhe begegnen, erklärt Lohscheller. Dies spiegele sich auch bei den Fachkräften des ISS wider, die zu einem hohen Anteil einen Migrationshintergrund aufwiesen.

Den Einzug der ersten Gruppe erwartet Lohscheller für Dezember 2013. Das Anmeldeverfahren ist eröffnet, es gibt noch freie Plätze, insbesondere für Kinder ab drei Jahren. Informationen und ein Anmeldeformular sind im Internet zu finden.

www.iss-netzwerk.de


Neue Nachrichten

Wir haben neue Artikel für Sie. Möchten Sie jetzt die aktuelle Startseite laden?