29.09.2016
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Unicef-Aktionstage: Schüler diskutieren mit Kanzlerin

10 unicef-Juniorbotschafter zu Besuch im Bundeskanzleramt - hier beim Fototermin zum Aktionstag Kinderrechte mit Bundeskanzleri

10 unicef-Juniorbotschafter zu Besuch im Bundeskanzleramt - hier beim Fototermin zum Aktionstag Kinderrechte mit Bundeskanzlerin Angela Merkel

Foto:

UNICEF/Julia Zimmermann

Rondorf -

Madita Eh ist erst 15 Jahre alt und durfte vor kurzem mit Angela Merkel über die Rechte von Kindern diskutieren. Die Bundeskanzlerin hatte im Rahmen der Unicef-Aktionstage eine Gruppe von besonders engagierten Jugendlichen aus ganz Deutschland ins Bundeskanzleramt nach Berlin eingeladen. Vor zweieinhalb Jahren kam Madita Eh mit ihrer Familie nach Köln. Sie wohnt in Junkersdorf, besucht die St. George’s School in Rondorf und engagiert sich seit zwei Jahren bei Unicef.

Für die Rechte von Kindern hat sie sich schon in Thailand eingesetzt, wo sie acht Jahre lang lebte, bevor sie nach Köln kam. Sie hat dort Geld gesammelt und Aktionen an ihrer Schule für Kinder in Not auf den Weg gebracht. In Köln nimmt sie regelmäßig an Workshops von Unicef teil und wurde nach ihrer Bewerbung ausgewählt für die Fahrt nach Berlin.

Sie engagiert sich nicht nur für die Rechte von Kindern, sondern auch für die Umwelt. Im Juli hatte sie als eine von bundesweit sieben Nachwuchsforschern ein Stipendium der Bayer Science & Education Foundation für ein Seminar in Klimaschutz im amerikanischen Pittsburgh erhalten.

Madita Eh im Interview

Neben der Bundeskanzlerin zu sitzen und mit ihr zu plaudern, ist bestimmt spannend...

MADITA EH: Ich war zuerst sehr nervös. Aber der Reporter Willi Weitzel von der Fernsehserie „Willi will’s wissen“ hat uns gut vorbereitet und die Aufregung gedämpft. Wir waren zehn Kinder und Jugendliche, der jüngste war elf Jahre alt. Die Bundeskanzlerin hat sich viel Zeit für uns genommen und sie war sehr freundlich. Vorgesehen waren 20 Minuten fürs Gespräch, daraus ist dann eine ganze Stunde geworden.

Was wolltet Ihr von Frau Merkel wissen?

MADITA: Warum sie als CDU-Kanzlerin die Kinderrechte nicht ins Grundgesetz aufnehmen will. Unicef und andere Organisationen und ebenso andere politische Parteien sind dafür. Die Frage wird schon seit vielen Jahren diskutiert.

Und wie war die Antwort?

MADITA: In Form der Menschenrechte seien die Kinderrechte indirekt schon im Gesetz verankert, meinte sie. Außerdem würde das Grundgesetz verwässert, wenn zu viele Einzelgesetze aufgenommen würden.

Was habt Ihr noch gefragt?

MADITA: Warum die Kinder in Deutschland schon nach der vierten Klasse in verschiedene Schulsysteme aufgeteilt werden. Längeres gemeinsames Lernen wäre besser für die Chancengleichheit. Frau Merkel meinte, dass es bereits viel Unterstützung für benachteiligte Kinder gebe. Ziemlich wichtig sei, dass ausländische Kinder schnell und möglichst früh die deutsche Sprache erlernten.

Siehst Du das auch so?

MADITA: Die Sprache und die Verständigung sind unbedingt notwendig für Chancengleichheit und um sich im Land zurecht zu finden. Das habe ich auch an mir gemerkt, als ich als Englisch sprechendes Kind nach Deutschland kam. Schon im Kindergarten sollten Kinder aus anderen Ländern schon Deutsch lernen. Es müsste dafür mehr Hilfen geben.

Wirst Du Dich weiter für Kinder in Not und die Umwelt engagieren?

MADITA: Natürlich. Ich helfe der Oberstufe an unserer Schule bei einer Ausstellung über Kinder im Kongo. Ich sammle weiter Geld und Sachspenden für Thailand und bringe sie zum Teil selbst dort hin. Einmal im Jahr fahre ich zu meinen Freunden nach Thailand. Im Frühjahr werde ich mit Unicef zu einem Klimaschutz-Projekt nach Sambia reisen. Und ich will mich auch als Unicef-Juniorbotschafterin bewerben. Meine Schwester ist bereits Juniorbotschafterin.

Das Gespräch führte Ulrike Süsser