Nichts geht mehr für viele KVB-Fahrgäste am späten Mittwochabend in der Innenstadt. Die Polizei hat die U-Bahn-Station am Rudolfplatz abgeriegelt. Hunderte, die gegen 23 Uhr aus Bahnen steigen, werden überprüft – zuerst von der Polizei, dann von KVB-Kontrolleuren und schließlich von Mitarbeitern der Steuerfahndung.
Die Aufsehen erregende Großkontrolle ist Teil des Projekts „Aktionsraum Straße“ der Polizei. Es richtet sich gegen Räuber, Randalierer und Gewalttäter. Und so sind es vorwiegend Jugendliche und Heranwachsende, die die Beamten am Halloween-Abend zur Kontrolle bitten.
Hunderte Mitarbeiter von Polizei, KVB und Steuerfahndung haben an Halloween eine Großkontrolle in U-Bahnstationen in der Innenstadt und auf den Ringen durchgeführt.
Foto: Arton KrasniqiZivilfahnder waren zuvor in den Bahnen mitgefahren und haben verdächtige Personen ausgemacht. Am Rudolfplatz müssen sie aussteigen. „Wir haben festgestellt, dass die Zahl der Straftaten an Halloween in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen hat“, berichtet Polizeisprecher André Fassbender.
Kontrollen auch in anderen U-Bahn-Stationen
Weil viele an diesem Abend maskiert sein, sinke bei einigen die Hemmschwelle, über die Stränge zu schlagen. Allein zwischen 22 und sechs Uhr registrierte die Polizei in der Halloween-Nacht des Vorjahres fast einhundert Straftaten auf den Ringen, zumeist Körperverletzungen und Raubüberfälle. „Dem wollen wir diesmal vorbeugen, wir werden die ganze Nacht hindurch starke Präsenz zeigen“, sagte Fassbender.
Auch in anderen U-Bahn-Stationen in Ringnähe, vor Diskotheken und auf der Straße hat die Polizei Kontrollstellen eingerichtet. Autofahrer werden herausgewunken, Führerscheine und Kofferräume überprüft. Mitarbeiter der Steuerfahndung haben mobile Kontrollgeräte dabei. Sie prüfen, ob junge Männer, die die Polizei angehalten hat, Steuerschulden haben. Wer säumig ist, muss damit rechnen, vor Ort gepfändet zu werden, etwa sein teures Handy abzugeben, Bargeld oder andere Wertgegenstände – bis hin zum Auto. Eine Bilanz des Einsatzes will die Polizei spätestens am Freitag bekannt geben.


