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Satirischer Rückblick: Schnee von gestern

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In Köln muss jeder Schneepflug 51,8 km Straße räumen. (Symbolbild) Foto: dpa
Der Winter ist zurück und hat jeden einzelnen Schneepflug in Köln gefordert. Am Deutzer Bahnhof beobachteten Verkehrstechniker ein wahres Phänomen. Was die Stadt sonst bewegt hat? Ein satirischer Wochenrückblick.  Von
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Wie würden wir uns freuen, wenn der Schnee endlich von gestern wäre. Aber nein. Die Kölner schieben Dauerfrust über den Dauerfrost. Und weil die Laune derart tief im Keller ist, muss der Winterdienst herhalten. Da mag die Wetterlage noch so extrem sein, dass sich die Sauerlandlinie in einen Schrottplatz verwandelt und am Frankfurter Flughafen alles am Boden bleibt. In Köln ist man lieber auf dem Baum. Der Taxi-Ruf dreht durch, der Oberbürgermeister kündigt aus dem frühlingshaften Südfrankreich an, sich ein Bild von der Lage zu verschaffen, und am Dienstag wird der Stadtrat in einer aktuellen Stunde darüber diskutieren, warum das Technische Hilfswerk angesichts des Schneechaos auf der Nord-Süd-Fahrt keine heißen Suppen und Wolldecken verteilt hat.

Immerhin: Dem heftigen Schneetreiben im März verdanken wir zwei neue Erkenntnisse, die uns bei vergleichbaren Naturkatastrophen wie dem Überlaufen des Duffesbachs sicher weiterhelfen werden. Erstens: Jeder Schneepflug in Köln muss 51,8 Kilometer Straße räumen. Selbst in Duisburg, das nicht gerade zu den Wintersportorten zählt, sind es nur 24,5 Kilometer. Zusätzlich verfügt die Krisenstadt des Ruhrgebiets über deutlich mehr und tiefere Schlaglöcher, die sich problemlos mit Schnee füllen lassen. Zweitens: Die Abfallwirtschaftsbetriebe sind immer noch nicht in der Lage, die Schneeflocken abzufangen, bevor sie auf den Boden fallen.

Eigensinnige Fußgänger

Nicht nur der Winter hält sich an keinen Plan. Am Deutzer Bahnhof mussten die Verkehrstechniker in dieser Woche das Phänomen beobachten, dass die Kölner ihre ausgeklügelten Baustellen-Absperrungen einfach ignorieren und mitten über die Straße rennen. Huch, diese Schlingel. „Die Fußgänger haben einfach nicht das getan, was wir erwartet haben“, entfuhr es einem völlig fassungslosen Verkehrsplaner. Wie überraschend. Oder hätten Sie erwartet, dass Pendler auf dem Weg zur Arbeit freiwillig eine halbe Stunde in einem Irrgarten zubringen?

Aber das wird im Zukunft ja alles besser. Die Stadt will ihre Großbaustellen künftig besser abstimmen. Mit einer neuen Kommission, die so groß ist, dass allein die Anfahrt ihrer Vertreter zu den Sitzungen zu einem innerstädtischen Verkehrschaos führen wird. Der einzige Vorteil: Sollte es schneien, können sich alle an den runden Tisch setzen und aus aktuellem Anlass gegenseitig beschimpfen.

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