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Satirischer Wochenrückblick: Flossen weg von der Kohle

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In Massen genossen die Kölner - unter ihnen auch die ersten Kampfgriller - die ersten richtig warmen Tage in diesem Jahr.  Foto: Arton Krasniqi
Angesichts der ersten Sonnenstrahlen sind die Kölner vergangene Woche regelrecht durchgedreht. Während sich am Aachener Weiher die Kampfgriller breit machten, musste ein Fischhändler um seine Kohle fürchten.  Von
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Für die Kölner, die es gewohnt sind, schon im Januar draußen zu sitzen, war das ein verdammt harter Winter. Kein Wunder, dass sie bei den ersten Sonnenstrahlen durchdrehen.

Am Aachener Weiher saßen die Kampfgriller am vergangenen Sonntag derart dicht aufeinander, dass sie nicht nur tonnenweise Müll hinterließen, sondern sich auch etliche Brandblasen zugezogen haben, weil sie aus Versehen auf Nachbars Einweg-Kontaktgrill gelatscht sind. Womit geklärt wäre, warum die Dinger so heißen.

In Neubrück musste sich ein 79 Jahre alter Fischhändler mit seinem Fischmesser schon in aller Herrgottsfrühe gegen einen Räuber zur Wehr setzen. Getreu dem Motto: Flossen weg von meiner Kohle.

Im Gerling-Quartier hat der Bauherr mit Käufern und Interessenten vor lauter Wetterfrust kürzlich eine House-Warming-Party im elften Stock des Hochhauses gefeiert. Oder besser in dem Gerippe, das davon übrig ist. Es hat zwar gezogen wie Hechtsuppe, aber der Hecht ist ja auch kein klassischer Grillfisch.

Häufige Zweckentfremdung

Was dem Kölner relativ wurscht ist. Der grillt alles, was ihm unter die Finger kommt. Und auf allem, das einem Grill auch nur ansatzweise ähnlich sieht. Auf einer Parkbank zum Beispiel. Die Sitzfläche des weit verbreiteten sogenannten Kölner Modells mit kleinteiliger Gitterstruktur sei leider schon häufig zweckentfremdet worden, hat der grüne Innenstadt-Bürgermeister festgestellt. Deshalb komme es für die Schildergasse keinesfalls in Frage. Da hat Andreas Hupke völlig recht. Auf der Schildergasse gibt es genügend Imbissstände. Da muss nun wirklich keiner selber grillen.

Neue Bänke haben wir deshalb immer noch nicht. Auch, weil Kölns neuer Baudezernent eine Antipathie gegen „angestrengte Designversuche“ hat. Kein Wunder, der Mann war zuletzt im beschaulichen Bremen tätig, dessen Bürger nie auf die Idee kämen, unter Zuhilfenahme einer Sitzgelegenheit zu grillen. Dann hätten sie ja mal Feuer unterm Hintern.

Weil sich auch die anderen Bezirksvertreter beim Probesitzen nicht auf eine Konsens-Bank verständigen konnten, geschieht jetzt erst einmal gar nichts. Dabei hätte man diese schwierige Entscheidung doch wie sonst üblich aussitzen können. Es geht immerhin um fünf Bänke – in einer Millionenstadt. Und so werden die Kölner auf der Schildergasse noch lange vergeblich nach einem kostenlosen Rastplatz suchen. Man könnte ausrasten.

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