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Satirischer Wochenrückblick: Gibt es bald 9000 Wohnungen?

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Wohnungen im Wohnpark Bayenthal Foto: Stefan Worring
Würden Sie freiwillig aus ihrer Mietwohnung ausziehen? Mal abgesehen vom 1. FC Köln, der unter unzumutbaren Bedingungen haust, gibt es ja tolle Nachrichten für die Kölner Wohnungsnot. Der satirische Wochenrückblick.  Von
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Kennen Sie einen Kölner, der freiwillig aus einer Mietwohnung ausziehen möchte? Weil das Angebot an bezahlbarem Wohnraum so opulent ist. Kommen Sie mir jetzt nicht mit dem 1. FC Köln und dem Rhein-Energie-Stadion. Das ist ein Sonderfall. Bei einer Bruttogeschossfläche von 110.000 Quadratmetern ist es schließlich kein Wunder, dass dort auf Dauer keiner verweilen will. Mit 49.999 Nachbarn auf engstem Raum. Zwei Quadratmeter pro Nase. Und die Kinder dürfen nicht mal auf dem Rasen spielen. Das sind wirklich unzumutbare Bedingungen. Da muss die Stadt wirklich mal ran und die Miete senken.

Für alle anderen, die schon lange verzweifelt nach einer bezahlbaren Bleibe suchen, gibt es eine gute Nachricht. Das Thema Wohnungsnot hat sich erledigt. Man muss nur die Richtigen ranlassen. Keine Statiker, die immerzu Sorge haben, dass die Mietskaserne zusammenbrechen könnte, bloß weil man noch ein oder zwei Stockwerke draufsetzen möchte.

Die Statistiker lösen das Problem, ohne einen einzigen Betonmischer bewegt zu haben. Mit einer Volkszählung. In Köln haben sie auf diese Weise neue 6000 Wohnungen entdeckt und überdies 3000 Einwohner gefunden, die gar keine mehr sind. Und das sind keine FC-Fans, die im Laufe der Saison zur Fortuna oder Viktoria gewechselt sind, weil die Mieten am Höninger Weg und in Höhenberg deutlich unter Müngersdorf-Niveau liegen. Auf die Frage, wohin es die 3000 Kölner verschlagen haben könnte, gibt es leider keine plausible Antwort. Nach Aachen bestimmt nicht. Deren Vermisstenliste ist mit 22.000 noch deutlich größer.

6000 Wohnungen mehr, 3000 Kölner weniger. Macht in der Summe 9000 – immer vorausgesetzt, diese Minus-Kölner haben zuvor nicht in einer der 6000 Wohnungen gelebt. Aber das wurde bei der Volkszählung ja nicht gefragt. Wenn man jetzt noch bedenkt, dass die Durchschnittswohnung in Nordrhein-Westfalen knapp 90 Quadratmeter misst, müssen wir uns wirklich ernsthafte Sorgen machen, ob wir nicht gar vor einer Wohnungsschwemme stehen.

Sollte das wider Erwarten doch nicht der Fall sein und Sie bei Ihrem nächsten Besichtigungstermin wieder auf eine endlose Schlange von demütigen Bittstellern im Flur treffen, behaupten Sie einfach, dass Sie einen Kölner kennen, der eigentlich keiner mehr ist. Und in einer Wohnung lebt, die es eigentlich gar nicht gibt. Das ist ein echter Geheimtipp, auf den sich alle stürzen werden.

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