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Schulpolitik: SPD stellt sich gegen Sekundarschule

Bei einer Befragung haben sich Kölner Eltern gegen die Sekundarschule ausgesprochen. (Symbolbild) Foto: dpa
Die Kölner SPD lehnt die neue Schulform „Sekundarschule“ für die Stadt Köln ab. Damit stellt sie sich gegen die eigene Landesregierung. Stattdessen soll das Gesamtschulangebot ausgebaut werden.  Von
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Köln. 

Der Kölner SPD geht auf Konfrontationskurs zur Schulpolitik der eigenen Landesregierung. „Köln braucht offensichtlich andere Lösungen“, sagen der Kölner SPD-Chef Jochen Ott und Gabriele Hammelrath, Mitglied im Schulausschuss des Landtags. Während die neue Schulform „Sekundarschule“ in ländlichen Regionen mit sinkenden Einwohnerzahlen oft die einzige Möglichkeit sei, wohnortnah Schulen vorzuhalten, müsse man für Köln „eigene Wege aushandeln“, so die beiden Mitglieder der SPD-Fraktion im Landtag.

Die Schulverwaltung hatte am Montag im Schulausschuss des Stadtrats die Ergebnisse der Befragungen der Eltern von Dritt- und Viertklässlern vorgestellt. Nur zwei Prozent hatten die Sekundarschule als Wunschschule genannt. Schuldezernentin Agnes Klein (ebenfalls SPD) hatte daraufhin angekündigt, alle Pläne zur Gründung der neuen Schulen zu begraben.

Gesamtschulangebot ausbauen

Stattdessen soll nun das Gesamtschulangebot ausgebaut werden. Die Elternbefragung geht von einem Fehlbedarf von 736 Gesamtschulplätzen in Köln aus. In der Praxis steht der Ausbau des Gesamtschulangebots vor zwei entscheidenden Hürden: Es gibt gesetzlich festgelegte Mindestgrößen für eine Gesamtschulgründung. Will man die bestehenden Schulgebäude in Köln nutzen, müssten diese gesenkt werden.

Die zweite Hürde besteht im Verbot des Landes für Schulen, sich umwandeln zu dürfen. Sie müssen sich stattdessen selbst abschaffen, damit Neues entstehen kann. „Wir können gut nachvollziehen, dass diese Vorgabe auf Unverständnis stößt“, so Ott. Engagierte Lehrer und Eltern würden für neue Konzepte gelobt, „aber es ist nicht gesichert, dass diese Menschen auch an der neuen Schule arbeiten werden“. Dies müsse sich ändern. Deshalb habe man mit dem Ministerium, der Bezirksregierung und der Stadtverwaltung Gespräche geführt. „Wir wollen für Köln Veränderungen in den Schulen“, sagt Hammelrath. „Wenn nötig, machen wir den entsprechenden Druck in Düsseldorf.“

Standorte zusammenschließen

Ott wirbt für die Gründung kleinerer Gesamtschulen. Auch „Verbundlösungen“ müssten möglich sein. So könnten sich zwei oder drei Standorte zusammenschließen und ein gemeinsames Oberstufenzentrum betreiben. „Wir haben dafür passende Schulgebäude.“ Das Schulgesetz erlaube grundsätzlich solche Verbünde, die praktische Umsetzung ist jedoch bislang schwierig.

Die Initiative „Mehr Gesamtschulen in Köln“ hat der Stadt eine Mitschuld am aktuellen Dilemma gegeben. „Flexibilität und Phantasie im Amt?–Fehlanzeige!“, so die Initiative. Die Kölner Gesamtschulpolitik verharre in „ihren traditionell unzulänglichen Bahnen“. Die Ankündigungen der Schulverwaltung, neue Gesamtschulplätze schaffen zu wollen, seien „nicht glaubwürdig“.

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