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Sicherheit: Dienst schieben an Heiligabend

Heiligabend, 21.53 Uhr: Während andere feiern, bewachen Marcel Nawa (l.) und Hans-Gerd Köhler die Hochwasserschutzmauer. Foto: stefan worring
Während die einen um den Weihnachtsbaum zusammensitzen, müssen andere arbeiten. So auch Hans-Gerd Köhler, der durch das dunkle Köln fährt und aufpasst, dass die Hochwasserschutzmauern nicht geklaut werden.  Von
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Köln. 

Während seine vier Enkelkinder um den Weihnachtsbaum sitzen und sich fragen, warum ihr Opa nicht bei ihnen sein kann, fährt Hans-Gerd Köhler durch das dunkle Köln und passt auf, dass die Hochwasserschutzmauern nicht geklaut werden. „Das geht an Heiligabend doch schon ziemlich ans Herz“, berichtet der 62-Jährige von seiner Gefühlslage am 24. Dezember.

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Köhler ist Einsatzleiter einer Sicherheitsfirma, 22 Männer und Frauen bewachen die Aluminium-Elemente vor Langfingern, die „gern mal mit dem Pritschenwagen kommen, um einzuladen“. Alle paar Stunden fährt Köhler nachts die einzelnen Posten entlang des Flusses ab. Am Montag trifft er gegen 21.45 Uhr auf Marcel Nawa, der fröstelnd vor dem Marienburger Bootshaus Wache schiebt, trotz dicker Jacke. Immer wieder bleiben Spaziergänger für ein kurzes Gespräch stehen, manche schenken den Wachleuten sogar Schokolade.

Der 18-jährige Nawa arbeitet erst seit einer Woche für die Firma, von seinem Weihnachtseinsatz hat er einen Tag vor Heiligabend erfahren. Da gab es erst mal Stress mit der Mutter, erzählt der Mechatroniker-Azubi: „Sie war sauer, weil sie so viel Essen eingekauft hat“, schildert Nawa den Moment der Beichte.

Für Wolfgang Nowisch macht es dagegen keinen Unterschied, ob er an Weihnachten arbeitet oder an einem anderem Tag im Jahr. Um 22 Uhr stellt er seinen 40 Tonnen schweren Scania R400 auf dem Rastplatz Schloss Röttgen ab und macht es sich unter einer blauen Decke in der Koje seines Lkws gemütlich. Ein kurzes Telefonat mit der Familie, dann wird „Kevin allein in New York“ geschaut und bald geschlafen: „Meine Frau muss auch arbeiten, mein Sohn ist schon groß. Da spielt Weihnachten nicht mehr so eine große Rolle.“

Truckerromantik auf dem Parkplatz

Auch am 1. Feiertag sucht man vergeblich nach Truckerromantik auf dem Parkplatz. Acht Sattelschlepper stehen dort. Wegen des Fahrverbots geht es für die meisten erst um 22 Uhr am zweiten Feiertag weiter. Auf Weihnachtsschmuck in der Fahrerkabine hat der 50-jährige Wolfgang Nowisch verzichtet, sich zu Mittag aber Würstchen mit Bratkartoffeln im Rastplatzrestaurant gegönnt.

Weihnachten im Brummi: Wolfgang Nowisch aus Cottbus.
Weihnachten im Brummi: Wolfgang Nowisch aus Cottbus.
Foto: stefan worring

Eine Ausnahme, normalerweise ist Selbstverpflegung angesagt, wenn es wieder auf 13-Tages-Tour geht. Nach dem Essen zieht Nowisch die Vorhänge vor die Scheiben der Fahrerkabine und legt sich hin – „muss ja nicht jeder reingucken können“. Den schönen Regenbogen, der über dem Rastplatz bei Porz steht, nimmt er nicht wahr.

Für Hans-Gerd Köhler wird der Einsatz am Rhein wohl erst am 2. Januar zu Ende gehen. Dann wird er vielleicht Zeit finden, die Bescherung mit der Familie nachzuholen. Vielleicht schmückt er mit seiner Frau doch noch den Weihnachtsbaum und macht es ein bisschen festlich. Im Moment liegt die Tanne noch auf der Terrasse rum. Eingepackt.

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