28.09.2016
Aktuelle Nachrichten aus Köln und der ganzen Welt

Pressekonferenz zum Kölner Sicherheitskonzept: Polizeipräsident will keine echt aussehenden Waffen im Karneval

Polizeipräsident Jürgen Mathies und OB Henriette Reker.

Polizeipräsident Jürgen Mathies und OB Henriette Reker.

Foto:

Thomas Banneyer

Die Stadt Köln hat auf einer Pressekonferenz ein neues Sicherheitskonzept für Karneval vorgestellt. Unter anderem Oberbürgermeisterin Henriette Reker, Rosenmontagszugleiter Christoph Kuckelkorn und der neue Polizeipräsident Jürgen Mathies erklärten die einzelnen Maßnahmen.

Die Pressekonferenz im Liveticker zum Nachlesen:

13:42 Uhr: Kosten für das Sicherheitskonzept

378.000 Euro kostet die Stadt Köln das Sicherheitskonzept, sagt Stadtdirektor Kahlen. Zusätzlich schlagen die Überstunden mit rund 100.000 Euro zu Buche. Der Betrag gilt nur für die Aktivitäten der Stadt, hinzu kommen noch die Kosten für die Polizeieinsätze.

13:39 Uhr: Spielzeugwaffen werden kontrolliert

Die Jecken sollen auf täuschend echte Waffen verzichten. „Geht nicht um das Cowboy-Kostüm“, betont Michael Temme von der Kölner Polizei noch einmal. Aber der Trend ging in den vergangenen Jahren stark zu Waffenattrappen. „Bei denen könnte ich aus zwei Metern nicht entscheiden, ob sie echt sind oder nicht“, so Temme. Wir werden Waffen kontrollieren, um echte Waffen auszuschließen. Im Zweifelsfall wird konfisziert.“

13:37 Uhr: Dom besonders im Fokus

An allen Karnevalstagen ist eine „Domstreife“ unterwegs, sagt Stadtdirektor Guido Kahlen.

13:33 Uhr: Razzien zeigen Wirkung

Ein Journalist fragt nach der Wirkung der zahlreichen Sondereinsätze, der Razzien der vergangenen Wochen. Sie hätten Wirkung gezeigt, sagt Michael Temme von der Polizei. „Wir haben nahezu in jeder Nacht deutlich über 200 Personen kontrolliert. Personen, die möglicherweise Silvester beteiligt waren, aber auch Rocker, die selbsternannten Ordnungshüter spielen wollten.“ Die Taschen- und Trickdiebstähle seien deutlich zurückgegangen. Auch über Karneval hinaus sollen diese Einsätze fortgeführt werden.

Lesen Sie im nächsten Abschnitt: Wie sich Feuerwehr und KVB auf Karneval vorbereiten.

13:28 Uhr: Viele ehrenamtliche Einsatzkräfte bei der Feuerwehr

Feuerwehr-Chef Johannes Feyrer hat das Wort. Seine Kollegen hätten seit Jahren schon an Weiberfastnacht dreimal mehr Einsätze als gewöhnlich. Deshalb fühle man sich auch in diesem Jahr gut aufgestellt.

Rund 865 Einsatzkräfte sollen an Weiberfastnacht im Dienst sein - ungefähr die Hälfte davon arbeite ehrenamtlich, so Feyrer.

13:26 Uhr: Mehr Videoüberwachung bei der KVB

Vertreter von VRS und KVB erklären ihre Maßnahmen für Karneval. In nahezu allen S-Bahnen soll es eine Doppelbestreifung geben. Zusätzlich sind alle S-Bahnen mit Videoüberwachung ausgestattet. 

Die KVB will an der Haltestelle Dom/Hauptbahnhof auch nachts 15 Mitarbeiter einsetzen. Insgesamt sind rund 650 Mitarbeiter der KVB und eines privaten Sicherheitsdienstes an den jecken Tagen im Einsatz - knapp 30 mehr als im Jahr zuvor.

Vor allem an den Haltestellen Dom/Hauptbahnhof, Breslauer Platz, Barbarossaplatz, Chlodwigplatz und an den Stationen Rathaus und Heumarkt sollen die Sicherheitskräfte zwischen Weiberfastnacht und Karnevalsdienstag unterwegs sein.

In der Zwischenebene der U-Bahn-Station Dom/Hauptbahnhof wurden zwölf Videokameras installiert. Auch alle Busse, Bahnen und U-Bahnsteige sind videoüberwacht.

13:21 Uhr: Festkomitee fühlt sich gut vorbereitet

Rosenmontagszugleiter Christoph Kuckelkorn erklärt den Medienvertretern, die nicht aus Köln kommen, den Karneval. „Wir feiern seit vier Wochen friedlich und ausgelassen“, sagt er.

Über 200 Stellen im Rosenmontagszug seien während der Parade mit dem Koordinierungsstab verbunden. Ein Monitorsystem meldet GPS-Daten aus dem Zug.

13.09 Uhr: Neue Security Points

Am Roncalliplatz wird ein Security Point eingerichtet. An Weiberfastnacht und Rosenmontag stehen dort Expertinnen zur Verfügung, um schnelle Hilfe bei Belästigungen, Bedrohungen oder Übergriffen anzubieten.

„Wir versuchen mit den Maßnahmen, das Sicherheitsgefühl wieder herzustellen, das in den letzten Wochen etwas verloren gegangen ist“, so Kahlen. 

13:02 Uhr: Ordnungsdienst verstärkt im Einsatz

Das Kölner Ordnungsamt ist an Weiberfastnacht mit über 400 Mitarbeitern im Einsatz. An 30 Stellen in der Stadt werden mobile Beleuchtungsmasten aufgestellt. „Wir wollen aus Dunkelräumen Hellräume machen. Es soll keine Angsträume geben“, sagt Stadtdirektor Guido Kahlen. Auch die Videoaufnahmen der Polizei sollen so unterstützt werden.

An Weiberfastnacht sind außerdem 23 Streetworker im Einsatz um alkoholisierten Jugendlichen zu helfen. Bei Ordnungswidrigkeiten wie Urinieren am Dom werde nur noch mit Bußgeldverfahren gearbeitet. Das erleichtert den Mitarbeitern die Arbeit.

Lesen Sie im nächsten Abschnitt: Polizeipräsident Mathies erklärt die neuen Maßnahmen der Kölner Polizei.

12:56 Uhr: Soziale Netzwerke als Kommunikationsforum für die Bürger

An ausgesuchten Orten in der Innenstadt will die Polizei Videoüberwachung einsetzen. Polizisten wollen frühzeitig und sehr konsequent einschreiten, sagt Mathies. An mehreren Stellen sollen Gefangenen-Sammelstellen für bis zu 400 Personen eingerichtet werden.

Auch Justiz und Gerichte seien auf die Karnevalstage vorbereitet. „Staatsanwälte und Ermittlungsrichter werden im Polizeipräsidium sein, um entsprechende Maßnahmen anzuordnen“, sagt Mathies. Gegen bestimmte Straftäter aus dem Jahr 2015 wurden bereits Bereichsbetretungsverbote ausgesprochen.

„Wir werden sehr aktiv das Internet und die sozialen Medien bedienen, um den Menschen ein Kommunikationsforum zu bieten“, kündigt Mathies weiter an. „Ich gehe davon aus, dass wir schöne und friedliche Karnevalstage verbringen. Daran arbeiten wir gemeinsam.“

12:49 Uhr: Mehr Polizisten, zentraler Führungsstab

Mathies nennt erste konkrete Maßnahmen: An allen Karnevalstagen arbeiten die Verantwortlichen in einem Koordinierungsgremium zusammen. An Weiberfastnacht, Karnevalssonntag und Rosenmontag wird Michael Temme von der Direktion Gefahrenabwehr den Einsatz mit einem Führungsstab leiten. In den Vorjahren gab es einen solchen zentralen Führungsstab nicht.

Die Polizisten arbeiten an den Karnevalstagen in Schichten von 12 Stunden. An Weiberfastnacht werden doppelt so viele Beamte eingesetzt wie 2015. Auch die 350 Polizeianwärter sind im Dienst.

12:45 Uhr: Jecke sollen auf täuschend echte Waffen verzichten

Mathies fordert die Unterstützung der Kölner: „Verdächtige Beobachtungen müssen uns mitgeteilt werden, damit die Polizei arbeiten kann.“ Die Fahndung nach dem Mann, der in einem Baumarkt eine verdächtige Menge Chemikalien kaufen wollte, nennt er als gutes Beispiel.

„Feiern und Angst passen nicht zusammen“, sagt Mathies. Aber eine hunderprozentige Sicherheit werde es mit Blick auf Großveranstaltungen, Kostümierungen und den Alkohol nicht geben. „Daher ist es auch wichtig, auf täuschend echte Waffen zu verzichten. Es geht nicht um das Cowboy-Kostüm mit der kleinen Pistole, sondern um täuschend echte Nachbildungen.“

12:43 Uhr: Konsequentes Vorgehen gegen Straftäter

Jegliche Art von Gewalt habe im Karneval nichts verloren, sagt Mathies. „Wir werden gegen jegliche Form des Verhaltens, das über die Stränge schlägt, konsequent vorgehen. Das gilt für Diebe und Straftäter, die das Nein einer Frau nicht akzeptieren.“

In den letzten Jahren habe es immer rund 50 Sexualdelikte an Karneval gegeben, die angezeigt wurden.

12:39 Uhr: Mathies spricht von großer Aufgabe

„Köln hat an Karneval eine große Aufgabe zu bewältigen“, sagt der neue Polizeipräsident Jürgen Mathies. Diese Herausforderung - nämlich die Sicherheit für bis zu eine Million Menschen zu gewährleisten - könne die Polizei nur mit ihren Partnern gemeinsam bewältigen.

Polizei Köln arbeitete mit dem Bundeskriminalamt und Landeskriminalamt zusammen und bewerte auch Informationen des Bundesnachrichtendienstes. „Nach deren jetzigem Stand gehen wir weiter von abstrakt hoher Gefährdung aus dem extremistischen Bereich aus“, sagt Mathies. Es gebe aber keine konkreten Erkenntnisse über Gefahren.

Lesen Sie im nächsten Abschnitt: Was Oberbürgermeisterin Henriette Reker zur Sicherheitslage an Karneval sagt.

12:34 Uhr: Reker vertraut der Polizei

Eine Garantie für hundertprozentige Sicherheit wird es niemals geben können“, so Reker weiter. Aber: „Wir werden den unvergleichlichen Karneval in Köln feiern, so wie wir es immer getan haben.“

Nach Gesprächen mit dem neuen Polizeipräsidenten Jürgen Mathies habe sie das Gefühl, dass die Kölner Polizei ihre Aufgaben erstklassig wahrnehmen werde. „Wir als Stadt Köln werden unseren Beitrag leisten und die Polizei nach unseren Möglichkeiten unterstützen.“

12:33 Uhr: Wiederholung der Silvesterereignisse ausschließen

Oberbürgermeisterin Henriette Reker spricht zuerst. „Wir nehmen die Ereginisse in der Silvesternacht sehr ernst“, sagt sie. Die Dimension der Übergriffe habe eine große Verunsicherung ausgelöst. „Diese Ereignisse dürfen sich in Köln und anderen Städten nie mehr wiederholen.“

12:30 Uhr: Es geht los

Pressesprecher Gregor Timmer begrüßt die Teilnehmer der Pressekonferenz. „Der Straßenkarneval in Köln ist ein Fest, dass ein Markenzeichen ist für Frohsinn und ungezwungenes Feiern. Dieses Jahr ist die Situation eine andere“, sagt er.

nächste Seite Seite 1 von 4

Neue Nachrichten

Wir haben neue Artikel für Sie. Möchten Sie jetzt die aktuelle Startseite laden?