29.09.2016
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Sonnenfinsternis in Köln: Schüler ohne Spezialbrillen dürfen nicht auf den Schulhof

Kinder ohne Spezialbrillen müssen in manchen Kölner Schulen während der Sonnenfinsternis am Freitag im Gebäude bleiben.

Kinder ohne Spezialbrillen müssen in manchen Kölner Schulen während der Sonnenfinsternis am Freitag im Gebäude bleiben.

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dpa

Köln -

Bei Familie Meyer in Sülz herrschte am Montagabend Krisenstimmung: Die Nachricht von der am Freitag bevorstehenden Sonnenfinsternis war auch bei den Kindern (acht und fünf Jahre alt) angekommen, und diese forderten vehement Spezialbrillen. Keines der Elternteile konnte sich spontan an das Datum der letzten Sonnenfinsternis erinnern, schon gar nicht an den Verbleib der damals angeschafften Schutzbrillen.

Das Internet half nicht weiter: Eine Bestellung bei Amazon käme entgegen dem gewohnten Service frühestens Freitagvormittag an - zu spät, um die Brille noch mit den Kindergarten oder in die Schule zu nehmen. Es flossen Tränen.

Denn viele Kölner Schulen haben angeordnet: Kinder ohne schriftliche Erlaubnis der Eltern und ohne Schutzbrille dürfen während der Sonnenfinsternis nicht auf den Schulhof..

Zum regelrechten Drama entwickelte sich die Jagd nach den letzten verbliebenen Brillen auch für Sabine Güldenbeck: Die 41-Jährige war am Dienstag unterwegs, um gleich einen ganzen Satz Schutzbrillen für die achte Klasse der Liebfrauenschule in Lindenthal zusammenzutragen. „Unsere Kinder fahren am Mittwoch für eine Klassenreise nach Paris. Wenn wir nicht wollen, dass sie ungeschützt in die Sonne schauen, ist heute die letzte Chance, Brillen zu besorgen“.

Nur zwei Brillen je Kunde

Da musste erst einmal ein Optiker gefunden werden, der die Brillen noch auf Lager hat - und die in dieser Menge verkauft. Aus Gründen der Fairness geben viele Geschäfte in Köln nämlich immer nur zwei Brillen je Kunde ab. An der Theke von „Optik Simon“ dann der Durchbruch für Sabine Güldenbeck: Ein Mitarbeiter vermittelte die gesuchte Anzahl an Brillen bei einem Zulieferer – allerdings in Kerpen.

Und auch bei Familie Meyer in Sülz herrschte am Dienstagabend Freude und Erleichterung: Nach intensiver Recherchearbeit und Hilfe der Arbeitskollegen reservierte der Buchladen Neusser Straße zwei Exemplare für die Kinder.

Einen Strich durch die Rechnung machen könnte den kleinen und großen Sonnenanbetern allerdings noch das Wetter. „Die Prognosen für den Freitagvormittag sagen Dunst und aufziehende Bewölkung von Nordwesten her voraus“, sagt Gerhard Lux, Sprecher des Deutschen Wetterdienstes. „Es könnte sein, dass die Verdunklung nur teilweise oder auch gar nicht zu sehen sein wird“. (ksta)