29.09.2016
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Fotos von Einsätzen israelischer Soldaten: „Breaking the Silence“-Ausstellung findet doch in Köln statt

Symbolbild

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REUTERS

Köln -

Die von Oberbürgermeister Jürgen Roters abgesagte Wanderausstellung der linken israelischen Organisation „Breaking the Silence“ (Das Schweigen brechen) soll nun doch einen Platz in Köln finden. Wie das Presseamt am Dienstag mitteilte, sollen die Fotos und Texte, die sich kritisch mit dem Vorgehen der israelischen Armee in den palästinensischen Gebieten auseinandersetzen, im Frühjahr 2016 „in einem angemessenen Kontext präsentiert werden“. Der Kölner Arbeitskreis Israel-Palästina werde in den nächsten Monaten ein Konzept erarbeiten, „das der komplexen Situation im Nahen Osten gerecht werden soll“. Der Arbeitskreis besteht aus Vertretern der verschiedenen für den Nahost-Friedensprozess tätigen gesellschaftlichen Gruppen.

Ursprünglich sollte die Schau, die zuletzt in Zürich große Resonanz hervorrief, im Oktober in der Volkshochschule gezeigt werden – im Rahmenprogramm zweier Jubiläen: des 50-jährigen Bestehens der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel und des vor 55 Jahren begonnenen Jugendaustauschs zwischen Köln und Tel Aviv.

Synagogengemeinde warnt

Indes haben die Synagogengemeinde und die Kölnische Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit laut eines Stadtsprechers vor der Präsentation gewarnt. Es bestehe die Gefahr, dass sie antisemitische Reaktionen provoziere. Als sich die israelische Botschaft eingeschaltet hatte, ließ Roters die Vorbereitungen stoppen.

Aus einem Schriftwechsel, der dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ vorliegt, geht allerdings hervor, dass die Botschaft sich nicht ausdrücklich gegen die Ausstellung ausgesprochen hatte. „Als bekannt wurde, dass die Stadt Köln in ihre Feierlichkeiten zum 50-Jahres-Jubiläum die Ausstellung »Breaking the Silence« einbeziehen wollte, haben wir uns die berechtigte Frage gestellt, wo die inhaltliche Verbindung zwischen dieser Ausstellung und dem Jubiläum liegt“, heißt es. Man habe damit nicht gegen die Ausstellung als solche Stellung bezogen.

Miguel Freund von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit hatte betont, man habe die Schau nicht verhindern wollen. Es sei einzig darum gegangen, diese in einen Zusammenhang mit den Gewalttaten der Hamas zu stellen. Da für eine „thematische Einbettung der Ausstellung nicht genug Zeit zur Verfügung stand“, habe sich Roters für die Absage entschieden, so das Presseamt. Der neue Ort der Ausstellung steht noch nicht fest.