28.09.2016
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Kölner Hauptbahnhof: Polizei sah zu, wie Studentinnen Liebesbotschaft auf Domtreppe malten

Der Schriftzug auf der Domtreppe

Der Schriftzug auf der Domtreppe

Foto:

Arton Krasniqi

Köln -

Vier Wochen nach den sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht haben in der Nacht zu Dienstag zwei Studentinnen das Wort „Liebe“ auf die Domtreppe geschrieben. Der Schriftzug war riesig: Er reichte über die komplette Breite des Bahnhofsvorplatzes auf der Domseite.

Das Foto verbreitete sich in den sozialen Netzwerken.

Liebe #kölnerdom #köln #kölle #dom #liebedeinestadt #liebe #zeichensetzen

Ein von Nadine (@nadini2mars) gepostetes Foto am

In der Nacht hatten Polizisten, die am Dom stationiert waren, die zwei jungen Frauen angesprochen, wie eine Polizeisprecherin mitteilte. Die Studentinnen gaben an, das Wort mit Sprühkreide auftragen zu wollen – und die Polizisten ließen sie gewähren. Die Personalien der Frauen nahmen sie trotzdem auf.

„Die Kollegen haben die Aktion nicht als negativ aufgefasst“, sagte die Sprecherin. Kreide sei nunmal wasserlöslich und die Polizisten nahmen an, es handele sich um eine harmlose Straßenmalerei. Auch Passanten meldeten sich heute bei der KStA-Redaktion, die verwundert waren, dass die Polizei die Sprayer gewähren ließ.

Am Dienstagmorgen rückten dennoch Mitarbeiter der „Kölner Anti-Sprayer-Aktion“ der Abfall-Wirtschafts-Betriebe (AWB) an.

„Das war definitiv keine Sprühkreide“, sagte AWB-Sprecher Wilfried Berf auf Nachfrage. „Unser erfahrenen Kollegen schätzen, dass es eine Art Sprühlack war.“ Nur mithilfe von Hochdruckreinigern konnten die AWB-Mitarbeiter den Schriftzug entfernen, was knapp sechs Stunden dauerte. Die Kosten für das Entfernen bewegen sich wohl im niedrigen vierstelligen Bereich.