25.08.2016
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Diskussionen auf Facebook und Twitter: So wird die Silvesternacht im Netz beurteilt

Die Polizei in der Dom-Umgebung wurde in der Silvesternacht nicht mehr Herr der Lage.

Die Polizei in der Dom-Umgebung wurde in der Silvesternacht nicht mehr Herr der Lage.

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dpa

Köln -

Die Arbeit der Polizei kritisieren momentan viele. Wie es zu den Ereignissen am Kölner Hauptbahnhof kommen konnte und warum niemand geholfen habe, wollen die Nutzer wissen.

„Am liebsten wäre alles unter dem Mantel des Schweigens geblieben, nun ist es aber passiert und es wird alles versucht es irgendwie schön zu reden. Dabei sind die Taten der letzten Tage nur ein Spiegelbild dessen was seit Jahren langsam hochkocht“, meint ein Leser auf Facebook.

„Die Polizei hat die Kontrolle nicht verloren! Sie hätten diesem Fiasko niemals Herr werden können. Ausschreitungen dieser Art hat es noch nie zu Silvester gegeben“, entgegnet ein Kommentator.

Dem Frust freien Lauf lassen

Viele Bemerkungen richten sich gegen die Aufnahme von Flüchtlingen. „Danke an alle #willkommensklatscher in der ersten Reihe, ein besonderer Dank andie Systemmedien und die Altparteien, und hört einfach auf zu jammern und stellt Euch vor, wie es allen bis jetzt erging, die kein Gehör gefunden haben, macht also nicht die Opfer zu erneuten Opfern“, schreibt ein Facebook-Nutzer.

Ein anderer äußert sich ähnlich: „Inzwischen schäme ich mich schon fast, freiwillig Flüchtlingen und Asylbewerbern geholfen zu haben ohne die Einzelfälle mal unter die Lupe nehmen zu können.“ Genauso schlimm sei aber, dass Rechtsextreme durch die Ereignisse nun mehr Gehör bekommen, setzt der Mann fort.

Ein anderer stimmt zu: „Wer vor gar nicht so langer Zeit vor solchen Verbrechen gewarnt hat, wurde direkt in die rechte Ecke gestellt und als Nazi verunglimpft. Und jetzt, wo die schlimmsten Befürchtungen eingetroffen sind, was sagen sie denn jetzt, unsere naiven Gutmenschen?“

Andere versuchen zu relativieren: „Könnt ihr mal sagen was hier abgeht? Ich sag mal so selbst wenn es Asylbewerber sein sollten, gibt das nicht das Recht alle über einen Kamm zu scheren. Unfassbar!!!! Die Menschen die hier ankommen sind im größten Teil froh hier zu sein und haben nicht vor hier kriminell zu werden. Es gibt genauso schwarze Schafe unter uns Deutschen Mitbürgern! Sind wir deshalb alle Straftäter?“

Mehr Eigeninitiative gefordert

Eine Frau will wissen, wieso niemand von den Umstehenden geholfen habe: „Wieso Polizei? Wenn sich die zivilen Männer zusammen getan hätten, was wäre dann geschehen? Ihr ruft immer nach der Polizei aber was ist mit "Kölner sind nicht allein" oder "einer für alle"? Jetzt ist das Geschrei groß . Doch wo ist die Zivilcourage wenn sie wirklich gebraucht wird ? Hinterher laut schreien und die Flüchtlinge alle über einen Kamm scheren ist natürlich leichter , besonders vom PC zu Hause aus. Bin immer noch erschüttert was in Köln abgeht.“

Auch an der Politik gibt es viel Kritik.

Viele fürchten sich vor ähnlichen Vorkommnissen an den Karnevalstagen. „Fakt ist, das ich an Karneval hier abhaue! Ich bin sicher das dass erst der Anfang war. An Karneval kommt dann der Höhepunkt“, denkt eine Facebook-Nutzerin.

Ein Twitter-Nutzer beschwert sich über die Effekte der Berichterstattung: