31.08.2016
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Kölner Stadt-Anzeiger | Äußerungen zur Kölner Silvesternacht: Kölner Imam nimmt frauenfeindliche Aussage zurück
21. January 2016
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Äußerungen zur Kölner Silvesternacht: Kölner Imam nimmt frauenfeindliche Aussage zurück

Sami Abu-Yusuf im Interview mit dem russischen Sender Ren TV.

Sami Abu-Yusuf im Interview mit dem russischen Sender Ren TV.

Foto:

Ren TV

Köln -

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck hat Strafanzeige gegen den Kölner Salafisten Sami Abu-Yusuf wegen öffentlicher Aufforderung zu Straftaten erstattet.

Abu-Yusuf hatte in einem Interview mit einem russischen Fernsehsender über die Übergriffe an Silvester gesagt: „Die Frauen tragen selbst Verantwortung, wenn sie halbnackt herumlaufen und sich parfümieren.“ Das sei, als würde man Öl ins Feuer gießen.

„Das ist menschenverachtend“

Volker Beck schreibt dazu auf seiner Facebook-Seite: „Das ist menschenverachtend. Das lässt sich auch mit Religionsfreiheit nicht rechtfertigen.“

Abu-Yusuf predigt in der Al Tauhid Moschee in Kalk, die schon seit längerer Zeit vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Oberstaatsanwalt Ulf Willuhn bestätigte am Donnerstag den Eingang der Anzeige: „Wir prüfen, ob der Anfangsverdacht einer Straftat vorliegt.“

Im Kölner Express hat der Imam seine Aussagen relativiert. „Ich bin gefragt worden, wie ich mir die Übergriffe erkläre. Dabei hat man meine Äußerung aus dem Kontext gerissen. Ich habe gesagt, dass wir große Probleme mit Nordafrikanern in Köln haben. Die jungen Männer nehmen Tabletten oder Drogen. In der Silvesternacht haben sie Alkohol getrunken, waren enthemmt.“

„Jeder hat das zu akzeptieren“

All das sei natürlich keine Rechtfertigung für die Übergriffe auf Frauen. „Es waren Frauen leicht bekleidet und sie trugen Parfüm, als sie durch die betrunkene Menge liefen. Das war für einige Nordafrikaner Anlass, die Frauen zu begrapschen. Das heißt aber nicht, dass ich glaube, dass Frauen sich nicht so kleiden dürfen. Jeder hat das zu akzeptieren. Und wem das nicht passt, der muss in ein anderes Land gehen. Das ist die Wahrheit.“

Auch ein Sprecher der Moscheegemeinde sagte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“, dass der russische Sender die Aussagen Abu-Yusufs verfälscht habe. „Er wurde falsch übersetzt. Das Wort Schuld hatte er nicht benutzt.“ Die Kalker Moschee sei gegen Extremismus und all diese Dinge, betonte er.

Er bestätigte Abu-Yusufs Aussage, dass die Gemeinde selbst Probleme mit Nordafrikanern habe. Der Sprecher habe erst kürzlich Anzeige gegen einen Algerier erstattet, nachdem dieser ihn vor dem Gottehaus mit einer Flasche bedroht habe.

(hsr/ccp)