28.07.2016
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Sozialpädagogin zu Übergriffen im Kölner Hauptbahnhof: „So etwas habe ich noch nie erlebt“

Polizisten nehmen am Kölner Hauptbahnhof einen mutmaßlichen Gepäckdieb fest.

Polizisten nehmen am Kölner Hauptbahnhof einen mutmaßlichen Gepäckdieb fest.

Foto:

Arton Krasniqi

Köln -

Frau Kopetzky, sind die Geschehnisse vom Hauptbahnhof ein Ausnahmefall oder nur die Spitze eines Eisberges?

Ich beschäftige mich beruflich schon seit mehr als 20 Jahren sehr intensiv mit dem Thema Gewalt gegen Frauen und Mädchen und so etwas habe ich noch nie erlebt. Das war derart massiv, sowohl von der Anzahl der Beteiligten (Täter und Opfer) als auch von der Art des Vorgehens. So etwas kenne ich bisher nur aus der Berichterstattung über Überfälle in Indien oder einzelnen afrikanischen Ländern. Bei uns hier also ein Ausnahmefall.

Welche Folgen hat erlebte, sexualisierte Gewalt im Leben von Frauen?

Solche Übergriffe können für die Betroffenen sehr traumatisch sein. Im schlimmsten Fall kann sich eine posttraumatische Belastungsstörung manifestieren, die sich in Alpträumen, Panikattacken, Flashbacks, Angstzuständen, Ohnmachtsgefühlen und Schlafstörungen äußert.

Aber auch körperliche Symptome wie Migräne, Konzentrationsstörungen, Magenschmerzen, Zittern oder Lähmungserscheinungen können die Folge sein. Die Folgen reichen bis hin zu Arbeitsunfähigkeit, Verlust des Arbeitsplatzes, sozialem Rückzug und Suizidgedanken.

Jede Frau reagiert aber anders, je nach Vorerfahrungen und Stabilität der Lebenssituation, sozialem Umfeld und Erfahrung im Umgang mit Krisen in der Vergangenheit. Manche finden schnell wieder in den Alltag zurück, anderen zieht die Tat den Boden unter den Füßen weg.

Lesen Sie im nächsten Abschnitt: Wie Frauen das Erlebte überwinden können und welche Stellen in Köln als besonders gefährlich empfunden werden.

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