30.07.2016
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Streetart-Aktion: KVB beseitigt imaginäre Haltestellen

Die Haltestelle „Ulrepfort" wurde kurzerhand in „Südsee" umgetauft.

Die Haltestelle „Ulrepfort" wurde kurzerhand in „Südsee" umgetauft.

Köln -

Am Samstag hat es angefangen: Die Mitglieder der offenen Facebook-Gruppe „NETT-WERK Köln“ posten Bilder diverser KVB-Haltestellen. Auf den ersten Blick ist das nichts besonderes. Doch bei genauerem Hinsehen wird klar: Die Schilder sind um imaginäre Haltestellen erweitert worden - mit lustigen Sprüchen in identischem Schriftbild.

So fährt die Linie 16 für Fahrgäste, die am Barbarossaplatz einsteigen, nicht einfach nur nach Bad Godesberg, sondern: „Der Sonne entgegen“. Am Zülpicher Platz führt das Haltestellen-Schild „Lach doch mal“ als Endstation auf, gleich zwischen Ebertplatz und Neusser Straße/Gürtel. Und auf einem anderen Schild an der selben Station wird dem Fahrgast Mut gemacht: „Du bist nicht hässlich". Die Bilder werden unter den Usern rege geteilt und kommentiert, die Netzgemeinde lacht und erfreut sich an der Aktion.

Und auch am Sonntag posten und berichten Kölner von ihren amüsanten Entdeckungen, während sie auf die Bahn gewartet haben. Ein Foto aus der Nacht zum Sonntag zeigt die Haltestation Melaten. Als Destination aufgeführt ist ein guter Rat: „Kauf ihr Blumen“.

Ulrepforte wird zur Südsee

Neben den Hinweisschildern wird auf der NETT-WERK-Köln-Seite auch ein Foto der Haltestation Ulrepforte gezeigt. Auf dem großen roten Haltestellen-Schild steht allerdings „Südsee“ - immerhin, passend zum Wetter. Auf dem Streckenschild darunter heißt es: „Chlodwigplatz - Ubierring - Greif nach den Sternen." Ein User kommentiert das Bild: „Sinn???... Pure Freude“.

Ob eine einzelne Person oder eine Gruppe von Streetart-Künstlern hinter der Aktion steckt, ist derweil noch unklar. Ebenso, ob es sich überhaupt um reale Veränderungen handelt - oder etwa nur um eine Fotobearbeitung. Einige User tippen auf Photoshop und bezweifeln die Echtheit der Bilder. Die überwiegende Mehrheit der Netzwerkgemeinde stellt diese jedoch nicht infrage und spricht von Kunst - und sammelt fleißig weitere Bilder.

Dementsprechend groß ist die Empörung, als bereits am Samstagabend ein weiteres Bild auftaucht, das einen Mann zeigt, der sich an einem KVB-Schild zu schaffen macht. Schnell macht die Runde, dass die KVB die witzigen Verschönerungen schon wieder entfernt. „Schade, ich fand's toll", ist dazu noch ein Kommentar der harmloseren Sorte.

Noch am Samstag begannen Mitarbeiter des Entstördienstes der KVB, die Aufkleber zu entfernen. „Das ist kein Dummer-Jungen-Streich, das ist klassische Sachbeschädigung“, findet Pressesprecher Franz Wolf Ramien. Und: Während Kölner die Aktion „vielleicht noch richtig einzuschätzen“ wüssten, seien das für Ortsfremde und Touristen irritierend. „Deshalb war es unsere sofortige Aufgabe, die reine Information wieder herzustellen“, sagt Ramien. (ok)

Habt Ihr noch weiter Phantasie-Haltestellen gesehen? Dann schießt ein Foto und schickt es an ksta@ksta.de. Vielen Dank.