29.08.2016
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Übernahme: Radeberger holt sich Dom-Kölsch

Köln -

Die Radeberger Gruppe hat Dom-Kölsch übernommen und damit die sechste Kölsch-Marke unter das Dach des Frankfurter Getränke-Unternehmens geholt. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Dom soll nicht vom Markt verschwinden. „Die Marke passt gut in unser Sortiment“, sagt David Meisser, Sprecher vom „Haus Kölscher Brautradition“. Die Gesellschaft mit Sitz an der Bergisch Gladbacher Straße in Mülheim ist als Kölner Radeberger-Standort bislang für das Brauen und den Vertrieb der Marken Sion, Gilden, Küppers, Sester und Peters zuständig. Nun holt sie auch Dom zurück in die Stadt. Dom-Kölsch wird zurzeit im Wiehl gebraut. An der Rezeptur werde sich nach dem Wechsel nichts ändern, so Meisser.

Für Branchenkenner ist die Übernahme von Dom keine Überraschung. In den vergangenen zehn Jahren ist aus einem großen, börsennotierten Konkurrenten der führenden Kölsch-Marken ein kleines Vertriebsunternehmen geworden, das sein Bier als Lohnbrau bei Erzquell im Oberbergischen produzieren ließ. Im Jahr 2002 hatte Dom die große Küppers-Brauerei in Bayenthal gekauft, doch die Expansion führte nicht zum Erfolg. Das Areal wurde wieder verkauft, übrig blieb die „Dom Brauerei GmbH Produktion und Vertrieb“ in Porz – allerdings mit nicht wenigen interessanten gastronomischen Objekten. Dazu gehören der Gürzenich und die Sartory-Säle als Karnevalshochburgen, die Oper sowie das Scala-Theater, die Hotels Maritim und Wasserturm und die bekannten Lokale Klein Köln, der Eltzhof und das MTC. Auch im Rathaus-Restaurant Consilium wird Dom-Kölsch gezapft.

Radeberger schließt auf

Für das „Haus Kölscher Brautradition“ ist die Übernahme somit ein interessantes Geschäft, schließt der Kölner Radeberger-Ableger damit zu den Großen im Kölsch-Geschäft auf. Aus den genauen Hektoliterzahlen wird gerne ein Geheimnis gemacht. Die Nummer eins in Köln ist Reissdorf, dahinter streiten sich Früh, Gaffel und Radeberger um die Plätze. Besonders die Konkurrenz mit Gaffel ist spannend: Im „Haus Kölscher Brautradition“ zieht der umtriebige Georg Schäfer in der Geschäftsführung die Fäden. Er war bis zur Eskalation des Streits der Gaffel-Brüder Heinrich und Johannes Becker deren Marketing-Chef. Die Erfolgsstory von Gaffel war eng mit seinem Namen verknüpft. Trotzdem wurde er offenbar ein Opfer im Bruderzwist. Seitdem Schäfer für den Gaffel-Konkurrenten Radeberger arbeitet, geht es dort dem Anschein nach vor allem mit Sion bergauf – durchaus zulasten von Gaffel. So verlor die Privatbrauerei zuletzt den Tanzbrunnen sowie den Zoo an die Radeberger-Gruppe und ihre Marke Sion.


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