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Urteil Lea-Sofie: Unterschied von Mord und Totschlag

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Blick in den Abgrund menschlichen Seins: Der Angeklagte Patrick L. Foto: dpa
Patrick L. ist vom Kölner Landgericht zu zwölf Jahren Haft wegen Totschlags verurteilt worden. Er hatte die zweijährige Lea-Sofie mit den Fäusten bewusstlos geschlagen - drei Tage später starb das Kind. Was unterscheidet Mord und Totschlag?  Von
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Paragraph 211 des Strafgesetzbuches konkretisiert die Voraussetzungen, unter denen von Mord zu sprechen ist. Demnach ist ein Mörder, wer einen anderen aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebes, aus Habgier oder sonstigen niederen Beweggründen wie beispielsweise Rache:

- heimtückisch (z. B. im Schlaf oder von hinten, jedenfalls, wenn das Opfer keinen Angriff auf sein Leben befürchten muss und arg-/wehrlos ist), grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln tötet oder

- um eine andere Straftat zu ermöglichen (z. B. einen Geldboten erschießen, um seine Lieferung stehlen zu können) an die bereits offene Kasse zu kommen) oder zu verdecken (z. B. die vergewaltigte Frau erwürgen, damit sie ihn nicht anzeigen kann).

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Es müssen nicht immer alle Merkmale vorhanden sein, um wegen Mordes verurteilt zu werden, wofür eine lebenslange Haftstrafe vorgesehen ist. Trifft keines der Merkmale zu, wird man nach Paragraph 212 StGB wegen Totschlags verurteilt, wobei hier gegebenenfalls auch bei einer Tötung im Affekt auf einen minder schweren Fall erkannt werden kann. Totschlag wird mit einer Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft. In besonders schweren Fällen kann auch lebenslange Haft verhängt werden.

Der Unterschied zwischen Mord und Totschlag geht auf den griechischen Reformer Drakon zurück, dem Taufpaten für den Begriff „drakonische Strafen“. Der sammelte 621 vor Christi alle damals bekannten Straftatbestimmungen und ließ sie auf große Holztafeln schreiben. Dabei führte er eine revolutionäre Neuerung ein: Erstmals wurden auch strafmildernde Umstände für die Tötung eines Menschen notiert. Völlig ungeschoren kamen demnach Sportler davon, die versehentlich einen Konkurrenten in der Arena erschlugen. Auch betrogene Ehemänner, die im Affekt ihren Nebenbuhler erschlagen hatten, wurden nicht bestraft. Voraussetzung war aber, dass sie ihn in flagranti ertappt hatten.

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