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Veedel im Wandel: Neues Mülheim im alten Mülheim

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Das alte Mülheim: Wirt Ibrahim Ayazgün fürchtet, dass sein "Belz Bierstübchen" das Inkrafttreten des nordrhein-westfälischen Anti-Raucher-Gesetzes im März nicht überleben wird. Foto: michael bause
Mülheim befindet sich wie viele Kölner Veedel im Wandel. Junge Pioniere verändern Infrastruktur und Lebensgefühl. Doch noch leben die einzelnen Milieus in dem Stadtteil nebeneinander her.  Von
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Wer wissen will, wie die "Pioniere" aussehen, von denen die Soziologen sprechen, kehrt im "Jakubowski" oder im Café "Rosenzeit" auf der Mülheimer Freiheit ein. "Lauch-Crostini mit Serranoschinken und Büffelmozzarella" oder "heiße Trinkschokolade mit Bio-Ingwerlikör" dürften nicht zum klassischen Mülheimer Gastronomie-Angebot gehören. Da passt schon eher das Bratenstück, das man im "Jakubowski" jeden Sonntag bekommen kann und das als "Return of the Sonntagsbraten" angepriesen wird.

Das Haus des Cafés ist ein gutes Beispiel für einen einfühlsamen Umgang mit dem Wandel: Das sanierte Gebäude zeigt mit der Fassadengestaltung seine Geschichte, drinnen im Lokal treffen Omas Kronleuchter und Pflanzen-Tapeten auf schickes, schnörkelloses Design. Der Wiener Platz oder die düsteren Straßenzüge im Norden Mülheims scheinen weit weg zu sein, obwohl sie gleich um die Ecke sind. Das alte Viertel an der Mülheimer Freiheit, der schöne Kohlplatz am Rhein, die Rheinpromenade Richtung Stammheim - das sind Orte, die locken.

Richtung Süden wird aus der Mülheimer Freiheit die Deutz-Mülheimer Straße, die sich durch das Areal der alten KHD-Hallen zieht. Hier werden seit Jahren Kunst und Kultur, Party und Musik gemacht. Am Ende des Straßenzugs hinter dem Musikclub "Gebäude 9" und der Deutzer Stadtteilgrenze befindet sich mit dem "Kunstwerk" das nach eigenen Angaben größte selbstverwaltete Künstlerhaus Deutschlands. Über 150 Künstler, Kunsthandwerker und Musiker arbeiten in Ateliers, Werkstätten und Musikstudios. Zusammen mit dem Mülheimer Hafen sieht die Stadt hier ein riesiges Entwicklungspotenzial für Wohnbebauung. Die Stadtspitze hat zugesagt, Orte der Kultur in den alten Hallen erhalten zu wollen.

Eine Gelegenheit, das neue Mülheim kennenzulernen, ist die "Mülheimer Nacht", die Gastronomen und Kulturschaffende organisieren. Die nächste ist am 16. März. So wie in Ehrenfeld, der Südstadt oder im Belgischen Viertel präsentiert sich die Szene. Noch sind die Distanzen zwischen den Hotspots groß. Ein Shuttlebus fährt durchs Viertel. Auch alte Institutionen wie der Kulturbunker, die Friedenskirche oder das ein oder andere Traditionslokal werden integriert. Elektronische Musik, Lesungen, Ausstellungen, Theater, Cocktails und Bier, Live-Musik und Party verbinden sich zu einem "spannenden, klingenden Mülheim", wie es in der Ankündigung heißt.

Das ist das junge Mülheim - mitten im alten: Gut wohnen konnte man hier auch in früheren Zeiten, zum Beispiel südlich der Frankfurter Straße in der Nähe des Mülheimer Stadtgartens. Im Norden, wo einst große Industriebetriebe produzierten, prägen die Medienszene, das typische Multikulti-Bild rund um die Keupstraße sowie manch wenig attraktiver Straßenzug das Image. 20 Prozent aller Bewohner im Stadtteil sind abhängig von Hartz IV. Die Arbeitslosenquote liegt deutlich über dem städtischen Durchschnitt. Miteinander zu tun haben die Milieus wenig. Es gibt Ideen, wie man das ändern kann, aber bislang fehlt das Gesamtkonzept für den Mülheimer Norden.

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