24.07.2016
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Verurteilter Vergewaltiger in Köln entkommen: Beamte hätten Peter B. nicht aus den Augen lassen dürfen

Das Kölner Brauhaus Früh.

Das Kölner Brauhaus Früh.

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Privat

  • Seit Mittwoch ist ein gefährlicher Gewalt- und Sexualverbrecher in Köln auf der Flucht.

  • Der 58-jährige Häftling der JVA Aachen entkam bei einem begleiteten Ausgang im Brauhaus „Früh“.

  • Wer den Mann erkennt, sollte ihn nicht ansprechen, sondern sofort den Notruf wählen, warnt die Polizei.

„Das hätte nicht passieren dürfen“

Der bei einem Ausgang in Köln entkommene Straftäter Peter B. ist weiter auf der Flucht. Noch immer werde nach dem unter anderem wegen Vergewaltigung verurteilten Mann gefahndet, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag.

Der 58-Jährige war nach Informationen des NRW-Justizministeriums am Mittwoch seinen Aufpassern im Brauhaus Früh am Dom bei einem Toilettengang entwischt.

Einer der beiden Justizvollzugsbeamten begleitete Peter B. auf die Toilette, wo sich der Straftäter in eine Kabine begab. Der Beamte habe den Gang zur Toilette allerdings dann dazu genutzt, um sich selbst zu erleichtern. Von den Urinalen seien jedoch weder die Toilettenkabinen noch die Toilettentür einsehbar gewesen, so dass sich der Verurteilte unbemerkt davon habe schleichen konnten.

Detlef Feige, Sprecher des NRW-Justizministeriums, spricht von menschlichem Versagen. „Das hätte nicht passieren dürfen“, sagte er dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Der begleitende Beamte hätte vor der Toilettentür auf Peter B. warten müssen oder den zweiten Beamten hinzuziehen müssen.

Neunter Ausgang ohne Fesseln

Der 58-jährige Peter B. war 1991 wegen Vergewaltigung in Tateinheit mit schwerem Raub und sexueller Nötigung zu neun Jahren Freiheitsstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Der Ausflug nach Köln sei sein neunter Ausgang ohne Fesselung gewesen, so Feige, zuvor habe er die JVA Aachen immer gefesselt verlassen. In Köln, seiner Geburtsstadt, habe Peter B. Kleidung kaufen wollen.

„Er darf Wünsche äußern“, so Feige, sie müssten sich aber im Rahmen halten. Ob die Flucht von Peter B. eine Spontanhandlung oder geplant war, ist bislang unklar. Da er Geld dabei gehabt habe, sei er theoretisch auch mobil. „Er gilt als durchaus gefährlich“, so der Behördensprecher weiter: „Wer ihn sieht, sollte die Polizei benachrichtigen.“

Das Fahndungsfoto zeigt Peter B. mit Schnäuzer, möglicherweise hat er ihn mittlerweile abgenommen. Mit der Fahndung ist die Kölner Polizei beauftragt, zudem hat sich das Landeskriminalamt eingeschaltet.