25.09.2016
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Kölner Stadt-Anzeiger | Vor Erdogan-Besuch: Proteste auf der Weidengasse
23. May 2014
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Vor Erdogan-Besuch: Proteste auf der Weidengasse

Sowohl Gegner als auch Anhänger der türkischen Regierung trafen sich in der Weidengasse.

Sowohl Gegner als auch Anhänger der türkischen Regierung trafen sich in der Weidengasse.

Foto:

Arton Krasniqi, KSTA

Köln -

Kurz vor dem Besuch des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan, der am Samstag auf Einladung der Union europäischer türkischer Demokraten (UETD) in der Lanxess-Arena sprechen wird, hat die türkische Regierung kritisiert, dass zu viele Kundgebungen in Köln genehmigt worden seien. Es drohe „eine Falle“ für Erdogan, da einige der Demos sich gegen seinen Besuch richteten. Weit mehr als 30 000 Gegendemonstranten erwartet die Alevitische Gemeinde. „Das Demonstrationsrecht ist ein Grundrecht“, sagt ein Stadtsprecher. Demonstrationen müssen bei der Polizei angemeldet werden. „Solange keine strafrechtlich relevanten Inhalte verbreitet werden, gibt es keinen Grund, eine Versammlung nicht zu genehmigen“, ergänzte ein Polizeisprecher.

Proteste und Beleidigungen

Bereits am Freitagabend führte der Besuch des stellvertretenden türkischen Ministerpräsidenten Emrullah İşler und des türkischen Botschafters Hüseyin Avni Karslioglu in einem Restaurant auf der Weidengasse zu einem massiven Polizeieinsatz. Laut Polizei waren die beiden Politiker zum Abendessen in das Lokal gekommen. Weil Fahrzeuge ihres Trosses vor dem Lokal parkten, wurden verschiedene Gruppen auf den Besuch aufmerksam. So versammelten sich spontan Anhänger und Gegner der türkischen Regierung in der Weidengasse. Es kam zu lautstarken Protesten und gegenseitigen Beleidigungen. Zeugen berichteten, dass die Sicherheitskräfte der Politiker die Demonstranten verbal provozierten. Die Polizei rückte mit starken Kräften an und beruhigte die Lage. – Erdogan wird am Samstag um 15.30 Uhr in Köln erwartet.

Das teilte die UETD auf Anfrage des „Kölner Stadt-Anzeiger“ mit. Die Organisation geht nach Aussagen ihrer Pressesprecherin, Asiye Bilgin, davon aus, dass Erdogan sich vor seinem Auftritt in der Lanxess-Arena in einem Kölner Hotel ausruhen werde. Nach diesem Zeitplan wäre er etwa um 16.30 Uhr in der Arena. Genaues weiß aber auch Bilgin nicht. „Es kann auch sein, dass er direkt zur Veranstaltung kommt“, sagte sie.

Erdogan bliebe aber nicht über Nacht. Er fliegt noch am Abend in die Türkei zurück. Die Stadt wird den ganzen Tag über voll sein. Angemeldet sind zehn Versammlungen und Demos, auch von den Linken oder Pro Köln. Mit einem Korso quer durch Köln fordern Motorradfahrer „Mehr Toleranz im Straßenverkehr“; der Zug der Alevitischen Gemeinde geht ab 13 Uhr vom Ebertplatz über den Hansaring zum Grüngürtel, wo er mit einer Kundgebung endet.