31.05.2016
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Vor Erdogan-Besuch: Tumult auf der Weidengasse

Auflauf in der Weidengasse: Es kam zu lautstarken Protesten und gegenseitigen Beleidigungen.

Auflauf in der Weidengasse: Es kam zu lautstarken Protesten und gegenseitigen Beleidigungen.

Foto:

Arton Krasniqi, KSTA

Köln -

Der Besuch des stellvertretenden türkischen Ministerpräsidenten Bülent Arinc und des türkischen Botschafters Hüseyin Avni Karslioglu in einem Restaurant auf der Weidengasse führte am Freitagabend zu einem massiven Polizeieinsatz.

Laut Polizei waren die beiden Politiker zum Abendessen in das Lokal gekommen. Weil Fahrzeuge ihres Trosses vor dem Lokal parkten, wurden verschiedene Gruppen auf den Besuch aufmerksam. So versammelten sich spontan Anhänger und Gegner der türkischen Regierung auf der Weidengasse. Es kam zu lautstarken Protesten und gegenseitigen Beleidigungen. Zeugen berichteten, dass die Sicherheitskräfte der Politiker die Demonstranten verbal provozierten. Die Polizei rückte mit starken Kräften an und beruhigte die Lage.

Türkei fordert mehr Schutz für Erdogan

Unterdessen sorgen sich Türkische Regierungsmitglieder um die Sicherheit von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan. An diesem Samstag wird er in der Lanxess-Arena zu seinem kontroversen Auftritt erwartet. Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu forderte am Freitag die Sicherheitsbehörden in Köln auf, Provokationen gegen den Besuch von Erdogan zu verhindern. Die regierungsnahe Zeitung „Yeni Safak“ zitierte türkische Regierungskreise mit der Einschätzung, es sei „besorgniserregend“, dass die deutschen Sicherheitsbehörden während Erdogans Aufenthalt in Köln zehn verschiedene und zum Teil gegen den Ministerpräsidenten gerichtete Kundgebungen genehmigt hätten. Es drohe eine „Falle“ für Erdogan.

Veranstalter und Polizei rechnen mit etwa 30 000 Erdogan-Anhängern und weit mehr als 30 000 Demonstranten, die gegen Erdogan auf die Straße gehen. Die Polizei wird mit Hundertschaften vertreten sein, um Zusammenstöße zwischen beiden Gruppen zu verhindern. „Aber es wird nicht einfach sein“, sagte Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD). Die Kölner Polizei selbst geht „von friedlichen Abläufen aus“. Die Alevitische Gemeinde hatte im Vorhinein alle Teilnehmer aufgerufen, sich nicht provozieren zu lassen.

Erdogan bestätigte am Freitag, dass er in Köln auftreten will. „Wir gehen dorthin“, bekräftigte er. „Ich habe dort drei Millionen Staatsbürger, natürlich gehe ich nach Deutschland.“