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Weihnachtsfrieden: Stadt lässt säumige Zahler in Ruhe

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An Weihnachten und zwischen den Jahren verteilt die Stadt Köln zwar Knöllchen — die Mahnbescheide werden um des lieben Weihnachtsfriedens willen aber erst nach Neujahr verschickt  Foto: dpa
Der Weihnachtsfrieden hält auch in diesem Jahr in Köln — zumindest, wenn es um offene Rechnungen bei der Stadt geht. Die Verwaltung lässt die Bürger zwischen den Jahren in Ruhe, Knöllchen oder Mahnungen werden nicht verschickt.  Von
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"Friede auf Erde und den Menschen ein Wohlgefallen" - der christlichen Weihnachtsbotschaft haben sich seit vielen Jahren auch städtische Verwaltungen, Finanzämter und Energieversorger verschrieben. Und so herrscht in der Zeit von Weihnachten bis zum Jahreswechsel der sogenannte Weihnachtsfrieden.

"In dieser Zeit muss kein säumiger Zahler fürchten, dass die Rhein-Energie ihm den Strom oder die Heizung abdreht", sagt Sprecher Christoph Preuß. Es dürfe in Ruhe gefeiert und beschert werden. In Düsseldorf dürfen Menschen im Mahnverfahren in der kommenden Woche ebenfalls aufatmen. "Auch wir achten den Weihnachtsfrieden schon seit Jahrzehnten", sagt Michael Pützhofen, Sprecher der Stadtwerke Düsseldorf: "Und ich kenne keinen Versorger in Nordrhein-Westfalen, der sich nicht daran hält". Auch in der Landeshauptstadt wird weder die Versorgung gesperrt, noch werden Rechnungen oder Mahnungen an Privatkunden geschickt. In einigen Fällen würden sogar bereits gesperrte Zähler wieder geöffnet. Der Langmut der Versorger ist allerdings nicht nur der weihnachtlichen Milde zuzuschreiben. Wegen der Ferien sind schlicht deutlich weniger Mitarbeiter im Einsatz.

Politessen sind im Einsatz

Die Stadt Köln, deren Mitarbeiter in diesem Jahr ohnehin zwischen den Jahren nicht arbeiten, will den familiären Frieden ebenfalls nicht stören und verzichtet seit langem darauf, Knöllchen oder Mahnungen zu verschicken, die unter dem Baum für Ärger sorgen könnten. Falschparker können sich in der kommenden Woche allerdings nicht entspannen - auch zwischen den Jahren sind Politessen im Einsatz. Den Weihnachtsfrieden wahren auch die Finanzämter im Land. NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans wies die Mitarbeiter wie schon in den vergangenen Jahren an, in der Zeit vom 17. Dezember bis zum 31. Dezember "Maßnahmen zurückzustellen, die die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler belasten". In der Zeit würden keine Betriebsprüfungen durchgeführt und keine Vollstreckungsmaßnahmen eingeleitet. Ausnahmen seien allerdings möglich, so der Minister. Etwa, wenn die Finanzverwaltung schnell handeln müsse, um Steuerausfälle zu vermeiden.

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Auch wenn die Gerichtsvollzieher nur selten im Auftrag der Finanzämter ausrücken müssen, haben sie jede Menge zu tun. Für Harald Becker (Name geändert) etwa gehört die Weihnachtszeit zu den schwierigsten Wochen im ganzen Jahr. "Bei vielen Menschen liegen die Nerven blank. Ich hatte schon Fälle, in denen Mieter von ihrem Vermieter ungerechtfertigt vor die Tür gesetzt wurden", sagt Becker. Während die Mieter Verwandte besucht hätten, habe der Besitzer das Schloss ausgetauscht. Dank einstweiliger Verfügung habe die Familie in ihre Wohnung zurückgekonnt. "Besonders schwierig wird es, wenn sich getrennte Paare um ihre Kinder streiten ", sagt der Gerichtsvollzieher, der in solchen Fällen häufig auf die Polizei angewiesen ist. "Ich freue mich, wenn die Feiertage vorbei sind und die Menschen wieder normaler werden."

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