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Wochenrückblick: Volle Flaschen hat man nicht gefunden

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Bier-, Wein- und Seltersflaschen: Im Kasino am Augustinerplatz, das 1939 abgerissen wurde, verstand man zu feiern. Foto: Bause
Was geht einem Kölner so richtig auf die Nerven? Genau, wenn Kritik an seiner Lebensweise geführt wird. Umso besser, dass ausgiebiges Feiern und Fröhlichsein zur Kölner Kulturgeschichte gehören. Der Satirische Wochenrückblick.  Von
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Wenn den Kölner etwas mächtig ärgert, ist es Kritik an seiner Lebensweise. An der Art, wie er mit rheinischer Fröhlichkeit und dieser wunderbar erträglichen Leichtigkeit des Seins den Alltag meistert. Leider wollen die miesepetrigen Zeitgenossen, die diese uneingeschränkt positiven Charakterzüge mit einem Hang zur Bequemlichkeit, gar zu Faulheit und Bräsigkeit verwechseln, einfach nicht aussterben.

Deshalb freut es den Kölner umso mehr, wenn er beweisen kann, dass ausgiebiges Feiern und Fröhlichsein in Köln schon immer zur Kulturgeschichte gehörten. Kein Wunder also, dass die Ausstellung „Zeittunnel“ im Römisch-Germanischen Museum der Renner ist. Zeigt sie doch die wahrhaft wichtigen Funde des U-Bahn-Baus: Karnevalsorden sowie Bier-, Wein- und Seltersflaschen aus dem Kasino am Augustinerplatz, das 1939 abgerissen wurde. Die Pullen, die damals achtlos weggeschmissen wurden, sind stumme Zeugen der rheinischen Lebensart. Zumal sie alle leer sind. Volle hat man nicht gefunden.

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Was lernen wir daraus? Derartige Zeugnisse der Unbeschwertheit sollte man nicht achtlos wegwerfen. Sie könnten eines Tages von unschätzbarem Wert sein. Nehmen wir doch nur mal den Spickzettel, mit dem der 1. FC Köln einen neuen Trainer sucht. Teamfähig, fleißig, durchsetzungsstark und motivierend soll der neue Chef am Geißbockheim sein. Durch unbedingten Einsatz- und Erfolgswillen überzeugen und junge Nachwuchsspieler fördern.

Mal abgesehen davon, dass sich alte Nachwuchsspieler gleich zurückgesetzt fühlen könnten, sollte dieses Dokument nicht zerknüllt, sondern gleich ins Museum gegeben werden. Falls der FC in, sagen wir mal, 70 Jahren die Champions League gewinnt. Oder wie immer der Wettbewerb im Jahr 2083 auch heißen mag. Dieser Zettel, klimatisiert und hinter Glas vor dem Zerfall gerettet, könnte kommenden Generationen zeigen, dass es durchaus Sinn machen kann, mit kölscher Unbeschwertheit und einem fröhlichen Lächeln der Krise zu trotzen. Man muss eben nur Geduld mitbringen und ein paar Jahrzehnte warten können.

So viele waren es bei den Meisterwerken kölscher Brückenbaukunst zwar nicht, aber jetzt hat es den Anschein, als kämen die Bauwerke an der Gleueler Straße und der Holzsteg am Aachener Weiher zu einem guten Ende. Was trotz gestiegener Kosten keine schlechte Nachricht ist, so kurz vor Fronleichnam, dem Brückentag.

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